Griechenland – Teil 1

Da sind wir nun – im EU-Land Griechenland – und ziemlich bald lässt unsere anfängliche Euphorie nach; zu den Gründen innerhalb des Blogs mehr …

Gleich an der Grenze werden wir bzw. unser TrauMobil durchsucht; der Grenzbeamte ist freundlich und sagt auf Englisch, man suche nach Marihuana und ob wir welches mitführen würden. Klar doch, tonnenweise.

Nein, natürlich nicht und logischerweise findet er auch nichts dergleichen. Stattdessen steckt er eine Pinnnadel in unsere Europakarte (bei Griechenland) und wünscht uns eine gute Weiterfahrt. Das ganze Prozedere mit der Warteschlange an der Grenze bei Kakavia – Ktismata dauert etwa eine Stunde. Dann fahren wir glücklich weiter; das jedoch nur, um ca. zehn Minuten später auf der Straße von drei Polizisten herausgewunken zu werden.

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Lamtumire Shqiperi – Auf Wiedersehen Albanien

(über den beiden „e“ Buchstaben im albanisch geschriebenen kommen jeweils zwei Punkte wie bei unserem ä/ü/ö )

Ich denke, manche Länder haben es mehr verdient, von uns ausführlich bereist, besucht, erforscht und kennengelernt zu sein – jedoch schauen wir immer auch auf unsere eigenen Bedürfnisse, auf unser Reise- Gefühl und das, was für uns beide das Richtige und wann wir meinen, dass es wieder Zeit zum Aufbruch ist. So ergeht es uns in Albanien. Irgendwie sind wir kaum da und wollen schon wieder weiter. Zu Unrecht, denn das Land hat einiges an Schönem zu bieten und wir haben auch in der kurzen Zeit wunderbare Erlebnisse.

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Erstens kommt es anders – zweitens als man denkt!

Nun also zu unserem zweiten Einsatz als „Wwoofer“, diesmal in Montenegro in Belavici, nahe des Ortes Radovici, nachdem wir ja letztes Jahr einen ersten Arbeitseinsatz in Portugal hatten.

Für diesen Einsatz hier hatten wir uns vorher mit Olga, der Frau vom Bauernhof, per Whatsapp besprochen und vereinbart, was auf uns zukommen würde und wie unser Arbeitseinsatz aussehen sollte.

Tagsüber bereiteten wir uns auf einem kleinen Parkplatz in der Nähe des Meeres etwas zum Mittagessen zu und machten uns dann gegen 15:30 Uhr auf den Weg direkt zu der Farm. Die Straßenverhältnisse waren etwas schwierig – viele Schlaglöcher, teilweise nur Schotterpiste – aber wir waren guter Dinge; wussten wir ja noch nicht, was uns dort erwartete.

Im zweiten Teil des Weges dorthin dachten wir dann schon etwas wehmütiger an die besseren Straßen von vorher zurück, da es nun in vielen sehr steilen Serpentinen, meistens ohne Wegbegrenzungen und nur einspurig für eine Stunde in die Berge steil hoch ging. Wir zweifelten wirklich daran, ob wir auf dem richtigen Weg sind, da es immer einsamer und unwirtlich wurde. Aber da uns doch ab und zu auch Autos entgegen kamen – an denen wir uns dann mit eingeklappten Außenspiegeln vorbei zwängen mussten – fuhren wir weiter.

Gegen 17:00 Uhr kamen wir dann in einem winzig kleinen Dorf an, das laut Navi das Ziel sein sollte. Es waren lediglich vier Häuser zu sehen und kein einziger Mensch, den wir nach Olga hätten fragen können. Als dann doch noch eine Frau an der Straße auftauchte, nutzte Susanne ihre Chance und fragte sie und erhielt auch eine Richtungsbeschreibung. Bei vier Häusern ist ja auch die Wahrscheinlichkeit klein, dass es mehrere Olgas geben könne.

Dann waren wir am Ziel und uns kam der Ehemann von Olga entgegen. Er bedeutete uns weg von der Straße einen sehr steilen Weg zu seinem Haus hochzufahren, um dort in halber Schräglage mit untergelegten Keilen zu nächtigen; was wir beide aber nach eingehender Beratung lieber nicht machen wollten, da die reale Gefahr bestand, das wir aufgrund einer Senke auf dem Weg dann mit dem Hinterteil unseres TrauMobils stecken bleiben würden. So stellten wir unser Wohnmobil an den schmalen Seitenrand der Straße ab und gingen hoch zum Haus. Dort wurden wir von fünf bellenden Hunden empfangen und sehr kurz von Olga und zwei ihrer drei Kinder begrüßt. Olga widmete sich gleich wieder ihren Aufgaben in der Küche zu und beachtete uns nicht mehr; das hinterließ schon einmal einen merkwürdigen Eindruck bei uns. Ebenfalls waren noch zwei deutsche Volontäre dort, die am selben Tag gekommen waren und noch einmal für zwei Tage bleiben wollten. Diese beiden Deutschen erklärten uns dann einige wenige Dinge, die wir eigentlich als Erklärung von Olga oder ihrem Mann erwartet hätten, denn die Volontäre waren vor ein paar Wochen schon einmal hier gewesen.

Wir saßen also auf den Stühlen und warteten. Insgesamt kamen wir uns sehr deplatziert und nicht willkommen geheißen vor – kein Vergleich zu der sehr herzlichen Begrüßung in Portugal. Als wir dann die sehr schmutzige Toilette und die unaufgeräumte und ebenfalls sehr dreckige Küche sahen und außerdem Olga uns erklärte, dass sie und ihr Mann ein paar Tage später für eine Woche nach Italien fahren würden und wir dann mit allen Hoftieren, dem Ziegen melken – inklusive der sieben Hunde (die natürlich nicht gemolken werden mussten)- die Hofarbeit alleine stemmen müssten, stand unser Entschluss fest: Hier bleiben wir nicht.

Wir teilten Olga und ihrem Mann unseren Entschluss mit und machten uns dann auf den Rückweg – wieder über die gleichen unwegsamen Straßen – und hatten auch noch Sorgen, dass die Dämmerung und einsetzende Dunkelheit uns die Fahrt noch schwieriger machen würde als eh‘ schon.

So entschlossen wir uns gegen Abend kurzerhand auf der Hälfte der Strecke einen kleinen Parkplatz anzusteuern, der hoch oben über der Lustica Bay lag. Er war beleuchtet und da eine Privatstraße zum Wasser ging, war sogar ein Häuschen mit einem Nachtwächter da. Diesen fragten wir freundlich, ob wir auf dem Platz übernachten könnten und er sah darin kein Problem. Er fragte uns nach unserer Reise und wir hatten ein nettes Gespräch. Hier stellten wir im Vergleich zu Olga und ihrer Familie fest, wie schön doch so ein Willkommensgespräch mit fremden Menschen sein kann.

Am nächsten Tag fuhren wir in die Stadt Kotor und besichtigten dort die Altstadt, die allerdings auch mit Touristen überfüllt war. Die mittelalterlichen Häuser in eng verwinkelten Gassen sehen ähnlich nett aus wie in Dubrovnik; überall waren kleine Cafés und Souvenirläden. Die Kathedrale mit den beiden Türmen hatte leider geschlossen, sah aber in der gleißenden Sonne auch von außen ganz nett aus.

Weiter ging unsere Fahrt zum „Camping Maslina“ in der Nähe von Petrovac. Wir fanden einen wunderschönen Platz unter schattenspendenden Olivenbäumen, nutzten die direkte Nähe zum Meer und genossen das warme Meerwasser. Hier blieben wir eine gute Woche und bekamen sogar einmal Besuch: Fehima und Omer, die in Montenegro kurz Urlaub gemacht hatten und auf ihrer Rückreise nach Bosnien und Herzegowina waren. Wir luden sie zum Frühstück bei uns ein und tauschten unsere gegenseitigen Erlebnisse aus; das war ein sehr schönes Wiedersehen.

Wir lernen auf unserer Reise immer wieder die unterschiedlichsten Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennen; Paare und allein reisende Männer und Frauen; Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in der Welt unterwegs sind. So wie den netten aus Ulm stammenden Günther mit seinem umgebauten roten Renault 4 Kastenwagen (hier kamen bei uns beiden die Erinnerungen an unseren früheren R4 wieder hoch). Günther war alleine im Balkan unterwegs, da seine Frau das Reisen solcher Art nicht besonders mochte und er hatte seinen R4 Kastenwagen sehr praktisch umgebaut zu einem kleinen Miniwohnmobil, sehr beeindruckend! Mit ihm saßen wir dann noch Abends bei gemeinsamen Getränken zusammen und erzählten uns gegenseitig von unseren Reisen. Das macht das Reisen auch aus: Es gibt so unterschiedliche Menschen mit soviel Geschichten des Lebens – wir hätten viel wertvolles verpasst, wenn wir alle diese Menschen auf unserer bisherigen Reise nicht kennengelernt hätten. Unterwegs stoßen wir immer wieder auf freiaufende Kühe, Hühner oder Ziegen, die die Strasse überqueren, als ob hier keine Autos fahren würden.

Nach der Verabschiedung von Günther fuhren wir dann zum Durmitor –
Nationalpark. Mehr als 40 Berggipfel dort sind über 2.000 Meter hoch und der höchste Gipfel ist der „Bobotov kuk“ (2.522 m). Wir fuhren allerdings „nur“ bis auf 1.500 m hoch. Der Weg jedoch schlängelte sich sehr kurvenreich in die Höhe und Susanne wagte es kaum aus dem Fenster in die Tiefe zu schauen.

Im Nationalpark gibt es 17 Gletscherseen; der bekannteste ist der schwarze See. Wir haben uns nicht alle 17 Gletscherseen erwandert und angesehen, sondern nur den schwarzen See, der allerdings gar nicht schwarz, sondern grün war. Im Vergleich zu anderen Seen, die wir auf unserer Reise gesehen haben, war das für uns aber nicht sehr spektakulär.

In Zabeljak übernachteten wir auf einer Wiese, die sich Campingplatz nannte und vom Preis her auch einer war – nicht jedoch vom Angebot. Als wir am Abfahrtstag dem Besitzer eine entsprechende Kritik sagten, nahm er diese achselzuckend zur Kenntnis. Da wir ja viele Camper unterwegs treffen – manche auch mehrfach – geben wir uns immer gegenseitig wieder Tipps und Ratschläge über gute oder schlechte Plätze zum Übernachten; diesen Platz werden wir nicht weiter empfehlen.

Ich wollte auf jeden Fall noch die „Tara – Schlucht“ und dort den mit 1.300 Metern tiefsten Canyon in Europa besuchen. Auch hier fanden wir es nicht ganz so spektakulär, wie wir es gedacht hatten. Womöglich haben wir auf unserer Reise schon sehr viele mehr beeindruckende Naturwunder gesehen und sind daher nicht mehr von Allem, was andere super wichtig und grandios finden, beeindruckt. Allerdings teilte diese Meinung nicht jeder mit uns, denn insbesondere mutige oder lebensmüde Zip – Seil – Nutzer sausten zum Teil mehrmals am Seil hängend in knapp einer Minute über die Schlucht; so etwas brauchen wir jedoch in keinem Fall. Dennoch haben wir schöne Fotos schießen können.

Unser letzter größerer Ort in Montenegro war Podgorica, die Hauptstadt mit einer beeindruckenden orthodoxen Kathedrale. Dieser Besuch wurde uns jedoch sehr „verwässert“, da es dermaßen in Strömen goss, dass danach meine Turnschuhe einen Fahrtenschwimmer gemacht hatten. Sehr viel mehr sehenswertes hatte die Stadt für uns nicht zu bieten und der Regen zwang uns dann auch, die nasse Besichtigungstour abzubrechen.

Die sehr freundliche Aufnahme auf dem neu eingerichteten kleinen Stellplatz „Autocamp Campus“ etwas außerhalb von Podgorica und in der Nähe des Flusses Moraca versöhnte uns dann wieder etwas. Vor allem die freundliche Mutter des Inhabers, eine gebürtige Liechtensteinerin, die hier mit ihrem montenegrinischen/liechtensteiner Sohn diesen Platz betrieb, zeigte sich sehr gesprächig und interessiert an unserer Reise. Der kleine Platz war sehr sauber und super eingerichtet, alles war wunderbar und wir standen ganz alleine. Von den Feigen und Quitten am Platz durften wir reichlich ernten, was Susanne auch gerne tat.

Unmittelbar um die Ecke fanden wir dann eine ganz kleine Autogarage/Autoservice, da an unserem TrauMobil turnusmäßig zwei Keilrippenriemen erneuert werden mussten. Als wir noch mit dem Kfz-Monteur versuchten alles mit Händen und Zeichen zu klären, kam ein netter älterer Herr dazu. Er hatte früher jahrelang bei der jugoslawischen Botschaft in Österreich gearbeitet, konnte perfekt deutsch und regelte für uns alles sehr gut. Die Riemen wurden erneut – Arbeitslohn und Material für insgesamt umgerechnet 30,00 € ! Von der Mutter des Monteurs wurden wir sodann noch mit Unmengen von Weintrauben (die Susanne später zu Traubensaft verarbeitete) und mit Abendessen versorgt.

Als wir wieder weiter reisen wollten, passierte es: Die Auffahrt des Stellplatzes zur Straße war zum Einen steil und zum Anderen mit losem Kies-Schotter belegt und am Vortag hatte es stark geregnet; die Vorderräder drehten durch und wir setzten hinten mit dem Rahmen der Anhängerkupplung auf den Steinen auf. Trotz dem Entfernen des Schotters unter den Rädern gab es kein Vorwärts und kein Zurück mehr. Der Sohn rief dann einen Nachbarn an, der uns mit Abschleppseil und einem kleinen Transporter den Hügel hinaufzog – geschafft! Nichts ist dabei kaputt gegangen und wir bedankten uns herzlich – ein Geldgeschenk wollten die Helfer partout nicht annehmen – und fuhren erleichtert los.

Auch hier in Montenegro lernten wir die sprichwörtliche und spontane Gastfreundschaft der Menschen kennen und schätzen.

Durch unsere Absage der Farmarbeit haben wir das kleine Land Montenegro nur relativ kurz erlebt; aber es war für uns dennoch genug. Dann packte uns wieder das Reisefieber und wir überquerten die Grenze zu Albanien, davon mehr im nächsten Bericht.

Viele Grüße von SuMi mit dem TrauMobil

Bosnien und Herzegowina – Teil 2 – Natur und Sehenswürdigkeiten

Grüne Wälder, Hügel und Berge, Nadel- und Laubbäume in den unterschiedlichsten Farbtönen, grün, gelb und rötlich; all‘ das erleben wir hier in BiH’s Landschaften, die ebenso wunderschön sind, wie wir es auch schon in Teilen von Kroatien gesehen haben. Mit den „Kravitzer Waserfällen“ wirbt BiH fast im ganzen Land auf großen Plakaten. Sie sind auch wirklich sehr schön und im Gegensatz zu den großen Wasserfällen in Kroatien darf man hier im Waser auch schwimmen. Das Wasser ist herrlich klar und frisch. Vor allem ist es erfrischend, denn die andauernde Augusthitze macht uns ein wenig zu schaffen. Hier gaukeln vielfarbige Schmetterlinge, schillernde Libellen und im Wasser sehen wir viele kleine Fischschwärme.

In BiH gibt es jede Menge kleine klare Flüsse. In einigen von ihnen kann man unbedenklich schwimmen. Der Fluß Buna in der Nähe von Mostar mit seinen 8 Grad ist fast ein wenig zu kühl, aber Susanne traut sich dennoch einige Male hinein.

Der Vrbas bei Banja Luka ist uns ein wenig zu gefährlich mit seiner starken Strömung. Hingegen der Fluß Una, der zum Teil Grenzfluss zu Kroatien ist, lockt uns mit seiner Frische zum Schwimmen. Der Fluß ist so klar, das wir bis zum Grund schauen können und so schön, dass wir sogar noch einmal bei bewölktem Himmel bis zur kleinen Holzpaneelinsel schwimmen. Diese hat der Campingplatzinhaber extra für seine Gäste im Wasser befestigt.

Hier auf dem Campingplatz „Una Kamp“ stehen wir eine Weile und lernen unsere netten Stellplatznachbarn Birgitt und Bernd aus Nidda in der Nähe von Frankfurt kennen. Mit ihnen verbringen wir manch‘ netten Abend, sonnige Stunden am und im Wasser, im kleinen Städchen Bosanska Krupa ein gemeinsames Essen und schließlich Susannes Geburtstags Kaffee Ende August.

Im Ort Jajce sind die Plivski Vodopad (Pliver Wasserfälle). Hier in der malerischen Kleinstadt fällt das Wasser des Plivsko jezero in den Fluß Vrbas. In der Nähe campen wir am Plivsko jezero See auf dem gleichnamigen Campingplatz. Dort in der Nähe sehen wir weitere viele kleine Wasserfälle an niedlichen Häusern, die allesamt Wassermühlen waren. Hier haben wir sogar einen Gast in unserem TrauMobil.

In Banja Luka, der zweitgrößten Stadt in BiH, holen wir vom dortigen Miniflughafen unsere Tochter Jelka ab. Sie besucht uns in BiH für eine Woche und wir verbringen diese kurze Zeit fröhlich und glücklich miteinander.

Am Kamp Una schlafen Susanne und Jelka in einer Minizwergenhütte, während ich alleine im TrauMobil übernachte.

In Sarajevo dürfen wir dann noch einmal (diesmal zu dritt) im Haus von Fehima und Omer nächtigen, bis wir Jelka am Flughafen von Sarajevo verabschieden müssen und sie von dort nach Berlin zurückkehrt.

In dieser Woche hat Jelka einmal miterlebt, wie unser Vagabundenleben sich so anfühlt, welche kurvigen Strecken wir manchmal fahren und wie wir auch ohne Strom gut auskommen können. Zum Glück ist die größte Hitze überstanden. So betrachten wir ein zweites Mal die Hauptstadt von BiH mit den vielen Moscheen (laut Internet sind es 200), der Kathedrale, den orthodoxen Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten. Besonders schön und auch jetzt noch voller Touristen ist die Altstadt. In den engen Gassen, die allesamt Fußgängerzonen sind, finden sich überwiegend kleine Handwerksläden mit typischen Kupfer- und Metallkesseln, filigranem Mokkageschirr und anderen Metallgegenständen, die überwiegend aus eingeschmolzenen Patronen und Granaten aus dem Krieg gefertigt sind. Umrahmt von niedlichen Cafés, die mit ihrem kleinen Kaffeegeschirr, den bunt bestickten Polstern und niedrigen Tischen einen orientalischen Touch haben, sieht es hier fast aus wie in Istanbul beim großen Bazar.

Auch in Mostars Altstadt gleich hinter der berühmten Rundbogen-Brücke führen kleine Gassen uns an typischen Touristen/Souvenirläden vorbei. Ibrahim, der uns von seinem Autocamp am Buna in seinem PKW nach Mostar fährt, rät uns, dies früh am Morgen zu besichtigen, um vor den Touristenmassen da zu sein. Seinem Rat folgend erleben wir daher ein noch recht verschlafenes Flair der Altstadt und können ungestört von der noch menschenleeren Brücke oder der kleinen Moschee Fotos machen. Auf unserem Rückweg gegen frühen Nachmittag strömen die Menschenmassen uns entgegen; in den Cafés und Restaurants ist kein leerer Platz mehr und alle Souvenirläden sind mit neugierigen Menschen voll; auf der Brücke kommt man nur schiebend vorwärts. Von der großen Hauptmoschee, deren hohen Muezzin-Turm wir in der Vormittagshitze besteigen, haben wir eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge und Mostar.

In Sarajevo fahren wir an einem Tag mit dem Bus bis in die Nähe der Seilbahn. Diese erst vor kurzem nach dem Krieg renovierte geschlossene Gondelbahn bringt uns hinauf zum Berg Trebevic´. Die Seilbahn konnte nur wieder errichtet werden, weil ein Bürger, dessen Frau aus Sarajevo stammte, der Stadt einen Millionenbetrag hierfür schenkte.

Von hier oben bietet sich uns ein toller Blick auf die Großstadt Sarajevo und die umliegenden Berge und Anhöhen. Auf dem Weg hinauf schauen wir auf grüne hügelige Wiesen, auf typische kleine aufgetürmte Heuhäuschen, sowie kleine Berghütten. Wir können bis hin zum kleineren Berg mit der Schlossburg schauen, von der wir später erfahren, dass kein Geld da ist, um dies auch renovieren zu lassen.

Auf dem Trebevic´ erwartet uns ein kleiner schmaler Waldweg, der auf der anderen Seite des Berges wieder hinab führt. Wir gehen ihn eine kleine Weile, genießen die Ruhe hier oben und schauen hinauf zu den Baumkronen, durch die das Sonnenlicht herrlich und wunderbar strahlt.

Unterwegs bestaunen wir immer wieder die vielen Moscheen im Land. In BiH sind 90% der Menschen Muslime. Allein in der Nähe von Fehimas und Omers Haus stehen drei Moscheen, deren Gebetsrufe der Muezzine uns früh wecken und mehrmals am Tag zu hören sind.

Als wir das erste Mal bei Omer und Fehima zu Gast sind, überlassen die beiden uns ihren Hausschlüssel, denn sie selbst helfen sehr viel in Hikmets (deren Sohn) neuer Wohnung. So dürfen wir in der Küche kochen, uns auf dem Balkon sonnen, im Bad duschen, Wäsche waschen und uns fühlen wie zu Hause. Um uns ein wenig nützlich zu machen und unsere Dankbarkeit für die nette Gastfreundschaft auszudrücken, bieten wir ein paar Mal unsere Hilfe an und putzen in Hikmets Wohnung das Badezimmer und sämtliche Küchenschränke inklusive dem darin befindlichen Geschirr. Der Vorbesitzer hatte nämlich sämtliches Inventar und Geschirr, Töpfe, Pfannen und Küchenutensilien mit verkauft, war aber selbst seit ca. drei Jahren nicht mehr in der Wohnung gewesen. Dementsprechend schmutzig und verklebt waren die Schränke und das in offenen Regalen gelagerte Geschirr.

Bei einem Restaurantbesuch, zu dem wir Fehima und Omer einladen, genießen wir einen netten Abend zusammen und erzählen uns gegenseitig von unseren Erlebnissen und Erfahrungen, die sehr unterschiedlich sind.

Auch als Jelka dabei ist, verbringen wir zusammen nette Abende mit interessanten Gesprächen und lustigen Episoden. Beide Male werden wir beim herzlichen Abschied mit Erträgen aus dem eigenen Garten beschenkt und können noch viele Tage nach dem Besuch bei Fehima und Omer deren riesige Tomaten, sowie Auberginen und Paprika essen. Schon in Janja sind wir reich beschenkt worden, als wir Omers Bruder Enver samt seiner Familie dort besuchen und in Omers und Fehimers Ferienhaus nächtigen.

Wer hätte das gedacht? In BiH gibt es Pyramiden. Nun ja, sie ähneln nicht so wirklich denen von Ägypten. Vielmehr sind es zwei nach oben spitz zulaufende grüne Berge, von denen als Hypothese gesagt wird, darunter seien echte Pyramiden, die über Jahrtausende bewachsen wären. Ein Forscher hat sie bei einer Ansicht aus der Luftperspektive als solche erkannt. Erwiesen ist es allerdings nicht; doch man kann damit gute Werbung machen und sowohl die „Bosanska piramida Sunca“ (Sonnenpyramide), als auch die „Bosanska piramida Ljubavi“ sind gegen ein kleines Eintrittsgeld zu besteigen und zu besichtigen. Von der „Energieladung“, von der der deutschsprachige Guide berichtete, haben wir persönlich nichts gespürt, aber von oben eine nette Aussicht auf die Landschaft beim Ort Visoko; und wir haben Glück, denn ein deutschsprechender Ungar mit seinem Sohn ist ebenfalls gerade auf dem Weg dorthin, den unser TrauMobil leider nicht bewältigen kann. Er bietet uns an, mit ihnen zu fahren, welches wir dankbar annehmen. Dafür zahlen wir den Eintritt auch für die beiden Ungarn. Beim Zurücksetzen aus dem engen Parkplatz holt der Vater ein wenig zu weit aus und kracks hängen wir mit dem linken Hinterrad in der Luft, am Abhang. Während wir angstvoll nach einer Lösung suchen, setzt sich der 16 jährige Sohn vorne auf die Motorhaube, ich folge ihm, Susanne steigt vorsichtig aus und mit etwas Anlauf und viel Gas landet der PKW wieder auf festem Grund. Puh, so etwas hätten wir mit unserem TrauMobil nicht machen können. Von weitem sehen die Berge tatsächlich ein wenig mehr nach Pyramiden aus. Wer weiß, vielleicht stimmt es ja doch?

Sehr oft fahren wir an kleinen und größeren wunderschönen orthodoxen Kirchen vorbei. Die typischen Zwiebeltürme, besonders die goldenen, fallen schon von weitem auf. In den meisten orthodoxen Kirchen sind herrlich farbenfrohe Gemälde an den Wänden und Decken zu sehen. Viele kuppelförmige Decken sind innen blau gemalt und darauf etliche goldene Sterne wie unter einem wunderschönen Sternenhimmel. Die Räume sind eher klein im Vergleich zu den katholischen Kirchen, denn es fehlen Bänke oder Stühle. Die orthodoxe Gemeinde steht während des Gottesdienstes, nur für ältere und kranke Menschen stehen ein paar wenige Stühle am Rand. Es gibt hier auch keine Orgel oder andere Instrumente, nur der Mund, also die Stimme, ist das einzige erlaubte Instrument.

In Bijelijna kommen wir an einem orthodoxen Kloster vorbei und besichtigen dort die Kirche samt der wunderschön gepflegten Anlage. Ähnlich wie bei den Moscheen dürfen Frauen meist nur mit Kopfbedeckung und Männer nur mit langen Hosen in die Kirche. Leider ist es oftmals auch verboten von den schönen Innenmalereien Fotos zu machen. So können wir sie nur in unserer Erinnerung mitnehmen. In Sarajevo muss man bei der orthodoxen Kirche Eintrittsgeld zahlen, dafür dürfen wir hier auch innen fotografieren.

Auch in Banja Luka steht eine wunderschöne orthodoxe Kirche und auf derselben Straße die große „Ferhadija-Moschee“, welche komplett zerstört war und wieder aufgebaut wurde, sowie die „Katedrala svetog Bonaventure“ (Kathedrale Sankt Bonaventure); eine interessante Kirche mit Glockenturm und extravagantem Kirchengebäude.

Auf einem unserer Fahrten quer durch BiH müssen wir einen ziemlichen Berg hinauf. Die Straße schlängelt sich in vielen Kurven und plötzlich gibt es einen langen Stau wegen einer Baustelle. Dauerhaftes Stopp and go und das ständige Anfahren bringt unser TrauMobil ganz schön ins Schwitzen, bis wir irgendwann erschreckend feststellen müssen, dass der dunkle Abgasrauch von unserem Womo stammt und nicht von einem der alten PKWs, die vor uns her fahren. Ich bemerke auch, dass der Motor nicht mehr richtig zieht und wir nur trotz durchgedrücktem Gaspedal mit knapp 10 km bergan fahren können. Als nach Stunden langsamen Fahrens die Berghöhe erreicht ist, halte ich an, schaue in die Motorhaube und auch sonst noch überall nach, kann aber nichts finden. Zum Glück geht‘s nun bergab, die Bremsen funktionieren gut und wir kommen in den Ort Olovo. An der Tankstelle erfahren wir auf die Frage nach einer Autowerkstatt eine erfolgreiche Antwort. Sie ist gleich hinter der nächsten Kurve. Dort nimmt man uns sofort dran und bockt unser TrauMobil hoch. Der junge KFZ-Meister spricht deutsch und erklärt nach dem Drunter-schauen, dass ds Abgasrückführungsventil kaputt ist. Er schickt seinen Vater mit dem PKW nach Sarajevo, um dort ein neues Teil zu besorgen. Wir warten ca. 4 Stunden und dann ist unser treues Gefährt wieder top repariert. Welch ein toller Service – am Samstag Nachmittag – für so wenig Geld. Selbstverständlich haben wir uns vielfach bedankt und dem freundlichen Meister etwas mehr gezahlt, als er wollte.

Auffällig unangenehm, insbesondere für Susanne, sind allerorts die vielen wilden Hunde, die ständig abgemagert auf der Suche nach Futter an Campingplätzen, Parkplätzen, in Parks und Straßen herumlaufen – meistens alleine, manchmal auch in Rudeln. Da es sich häufig um größere Hunde handelt, machen wir stets einen großen Bogen um sie herum und ich halte Susanne gut und beschützend fest an der Hand.

Da ist uns die herrenlose bunte Katze, die wir am Una Camp einfach „Joyce“ nennen, (weil sie uns so an unsere damalige Katze erinnert) wesentlich lieber.

Sie ist total schmusebedürftigt und genießt die vielen Streicheleinheiten von uns. Am liebsten würden wir sie mit auf unsere Reise nehmen, aber sie ist eine freiheitsliebende Katze, geht auch zu allen anderen Campern und soll eine freie Katze bleiben. Uns hat sie die Tage am Una Camp versüßt und so nehmen wir sie als Erinnerung nur auf einigen Fotos mit.

Kurz nach Jelkas Abflug aus Sarajevo verlassen auch wir BiH. Durch hohe Berge, Klüfte, vorbei an kleinen und größeren Flüssen fahren wir wieder Richtung Meer.

Wir verabschieden uns von diesem beeindruckenden Land, mit ergreifender Geschichte und Vergangenheit, mit herrlicher Landschaft und überaus netten und freundlichen Menschen.

Im nächsten Blog erfahrt ihr dann von unserem Arbeitseinsatz in Montenegro.

Bis dato eure SuMi und dem bunten TrauMobil

PS: Zugegeben, die Fotos unseres TrauMobils mit der Bemalung waren wohl ein wenig klein – auch an Laptops und Computerbildschirmen, so dass kaum jemand alle Schmetterlinge und Käfer hat zählen können oder wollen. Sorry, bei einer Nachfrage hätten wir die Fotos auch vergrößert zu gesandt. Nun hier die Auflösung: Es sind insgesamt 17 Schmetterlinge und Käfer.

Jannick, unser Enkel hat sie gezählt und ist somit der Hauptgewinner! Gratulation!

Bosnien und Herzegowina Teil 1 – Der Krieg, die Folgen und viele Erinnerungen daran

Wenn wir schon öfter in unseren vorangegangenen Blogeinträgen von Denkmälern und Gedenkstätten des 2. Weltkrieges berichtet hatten dann, weil es uns stets betroffen macht als Erben der deutschen Geschichte; auch weil wir stets daran erinnert werden an diese Zeiten, in denen unsere Eltern und Großeltern zum Teil zwangsweise mitwirken mussten, wollen wir uns immer und überall dafür einsetzen, dass so etwas nie wieder geschehen möge.

Leider leben wir auch heute in einer Zeit, in der immer irgendwo auf der Welt noch Menschen ausgegrenzt werden (auch in Deutschland) und Kriege herrschen. Als junge Erwachsene mussten wir in den 90ern über die Nachrichtensender und Zeitungen miterleben, wie im ehemaligen Jugoslawien ein erbitterter Bürgerkrieg stattfand.

Schon in Kroatien sahen wir an manchen Stellen noch die Schäden, die der Krieg hinterließ; jedoch in Bosnien – Herzegowina (BiH), dem mittleren Teil vom ehemaligen Jugoslawien, tobte der Krieg so heftig, dass wir hiermit in Gedenken an die vielen Menschen, die ihr Leben hier oder bei irgendeinem Krieg lassen mussten und denen, die immer noch mit schweren Verlusten und Erinnerungen leben, einen extra Blogeintrag widmen.

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Die zwei Gesichter von Kroatien

Teil 1:  Die Adria und große Städte

Beginnend mit einem herzlichen Wiedersehen mit unserer ältesten Tochter Silja und ihrer Familie auf dem kleinen Minicampingplatz „Mon Paradis“ in der Nähe von Rovinj erlebten wir hier in Kroatien einen sehr schönen gemeinsamen Urlaub. Silja, Manuel und die beiden Enkel Jannick und Joshua freuten sich mindestens genauso wie wir über das Wiedersehen. Silja und ihre Familie reiste mit ihrem Wohnwagen aus Kölle an, wohingegen wir ja von Slowenien her kamen.

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Slowenien

Slowenien – klein, aber fein!  – Teil 1

Wer es von unserem letzten Blogeintrag erraten hat, liegt richtig: Wir sind von Italien herüber nach Slowenien gefahren.

Dieses wunderbare Land ist der komplette Gegensatz zu dem lauten, hektischen, vermüllten und superheißen Italien, besonders Süditalien. Slowenien hat viele Berge und Gebirge, kleine kristallklare Seen, jede Menge grün mit unzähligen Bäumen und Pflanzen sowie netten und sauberen Städten. Die Menschen sind pauschal gesehen freundlich und rücksichtsvoll, niemand hupt hektisch auf den Straßen, man wird fröhlich angelächelt, begrüßt und der Großteil spricht perfektes Englisch, wenn nicht sogar Deutsch (Österreich ist um die Ecke und viele lernen Deutsch als Drittsprache wie wir erfahren).

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Arrivederci bella Italia e il sole mio

Italien wollte wohl einiges wieder gut machen, denn in den letzten Wochen gab es keinen Regen, viel mehr knallt die Sonne erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel. So war das nun auch wieder nicht gemeint: Bei 46° C im Schatten ist es ja kaum möglich etwas anderes zu tun, als dauerhaft im Meer zu bleiben oder unter einer kalten Dusche zu stehen. Aber wir wollen nicht undankbar sein, schließlich war es uns vorher zu kalt und zu nass mit den Regentagen, die bis Mitte Mai anhielten.

Jetzt nehmen wir Abschied von Italien, nachdem  wir den „Stiefel“ vom Schaft bis zur Spitze und quer rüber zum Stiefelsporn und wieder hoch zum Schaft an der anderen Seite – genau genommen der adriatischen Meeresseite –  gefahren sind.

Selbstverständlich sind da noch so viele schöne und sehenswerte Orte und Landschaften, die wir entdecken könnten, aber für uns beide ist es nun genug.

Nachdem wir uns herzlich von Francesca auf dem sizilianischen Campingplatz verabschiedet haben, fahren wir nach Palermo.

Die riesige, laute, übervolle, turbulente und zum Teil schmutzige Hauptstadt von Sizilien bietet nicht nur der Mafia einen besonderen Ort zum Austoben, sondern etlichen Touristen, Einheimischen, Snobs mit großen Jachten, armen Menschen sowie vielen dort lebenden Studenten. Im Botanischen Garten, den wir bei großer Hitze besuchen, gibt es einen extra von und für Studenten angelegten Kräutergarten für studentische Zwecke. Hier wachsen herrlich farbenprächtige Pflanzen und Tropengewächse, Kakteen vieler Arten und alte, sowie interessante Bäume. Der Florettseidenbaum mit seinem elefantenfuß- dicken Stamm (ein Wollbaumgewächs aus der Familie der Malvengewächse) erreicht eine Höhe von bis zu 15 Meter. Der Stamm ist mit spitzen Stacheln besetzt und nur die Ameisen trauen sich in langen schmalen Wegen den Stamm hinauf zu krabbeln.

Andere uralte Bäume haben einen riesigen Umfang und knorrige, verschlungene Wurzeln. Wie dick und schwer mit den Jahren Bambus werden kann, testet Michael, als er ein auf dem Boden liegendes Rohr hochhebt. In den kleinen Teichen schwimmen Goldfische und Schildkröten sonnen sich; während ich beim Fotografieren heimtückisch von den Mücken zerstochen werde.

An einer verkehrsreichen Hauptstraße reihen sich unzählige Asia- oder China Läden, die allesamt das gleiche große Repertoire anbieten. Zwischendrin sind kleine Handwerksläden oder auch ein Stoff- und Hüte/bzw. Kappengeschäft, in dem Michael eine nette bunte Kappe aus Leinen findet. Die ist besser für die heißen Tage.

Hatten wir erwähnt, dass viele Italiener, insbesondere aber Sizilianer sehr rasant und rücksichtslos fahren?! Die vielen Motor-Rollerfahrer schlängeln sich durch den dichten Verkehr ohne Rücksicht auf Verluste, es wird ständig gehupt und alle sind irgendwie in Eile. Das hat sicher auch oftmals verheerende Folgen, denn schon so manches Mal haben wir an Straßenrändern aufgestellte Kunstblumen, Kerzen und oftmals beigelegte Fotos von verunglückten Fahrern gesehen. Hier in Palermo sind es einige.

Die Kathedrale von Palermo ist interessant gebaut. Wir kommen von einer Querstrassenseite und gehen zunächst durch einen doppelten Torbogen. Vor dem Platz der Kathedrale schauen wir auf das große Kirchengebäude. Die vielen Stufen hinauf zum Turm und zum Dach schaffen wir nur, weil es angenehm kühl ist. Von hier oben blicken wir weit auf Palermo und noch weiter. Auch der große Kirchraum hat eine angenehme Temperatur, so dass wir uns gerne etwas länger die Zeit der Ruhe auf den Holzbänken gönnen und den Altarraum, samt der hellen Kuppel darüber betrachten.

Wir kommen an vielen alten und schönen, zum Teil gut erhaltenen Häusern, Plätzen und Statuen vorbei. Aber es gibt auch solche, in denen unten kleine Läden und Cafés sind, die oberen Stockwerke jedoch ganz fehlen, weil sie kaputt sind, zerstört oder einfach marode und niemand baut sie wieder auf.

In einer langen kleinen Gasse, durch die nur die typischen kleinen Dreiradlaster oder Roller brausen, findet ein Markt statt. Etliche Stände mit allem Möglichen von Gardinen, Kleidung, Taschen, Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch, Spielzeug bis hin zu diversen Gewürzen findet der Kunde hier, was er braucht. Ich kaufe ein paar Gewürze und zwei Kugel-Auberginen, die pro Stück für nur 25 Cent angeboten werden.

Zu Fuß gehen wir bis zur „Catacombe dei Cappuccini“. Die Kapuzinergruft von Palermo ist eine Gruftanlage aus dem 16 Jahrhundert, welche sich unter dem Kapuzinerkloster befindet. Mit ihren natürlichen Mumien ist sie eine der bekanntesten Grablegen der Welt. Im Jahre 1599 entschlossen sich die Mönche unterhalb des Hochaltars ein Grabgewölbe auszuheben, weil der Raum für die wachsende Zahl der Brüder nicht mehr ausreichte. Hierbei entdeckten sie, dass die Leichname kaum Anzeichen von Verwesung aufwiesen. Der Abt veranlasste diese als „Momento mori“ an den Wänden aufzustellen. Durch eine spezielle Balsamierung sind die Toten als Mumien gut erhalten geblieben und samt ihrer Kleidung im Gewölbe anzusehen. Der älteste erhaltene Leichnam ist aus dem Jahr 1599. Erst im Jahre 1837 verbot die Regierung diese Art von Bestattung. Das Ganze sieht eher aus wie ein Gruselkabinett, fast ein wenig unheimlich ist es hier unten. Beklemmend und zugleich faszinierend lockt diese Gruft viele Touristen an, wie uns ja auch. Zum Glück dürfen Kinder nicht mit hinein.

Mit der Fähre verlassen wir bei Messina Sizilien und legen lediglich zum Übernachten in einigen kleinen Orten einen Stopp ein: In Falerna Marina, auf einem Stellplatz direkt am Meer mit herrlich klarem und erfrischendem Wasser;

in Lesina, einem Ort an der adriatischen Küste und dem Lago di Lèsina – einem See, der unangenehm nach Schwefel riecht und neben dem Stellplatz einen Zirkus mit laut röhrenden Kamelen und Eseln beherbergt;

in Fossacesia, wo wir hauptsächlich kalt duschen, am brausenden Meer liegen und in der Sonne brezeln.

Da wir ja die Flaggensticker für unser TrauMobil sammeln, liegt es nah die kleine Republik San Marino samt gleichnamiger Hauptstadt zu besuchen. Zufällig liegt es eh auf unserer Route. Hoch oben auf dem felsigen Berg „Titano“ thront die mittelalterliche Altstadt samt dem „Guaita-Torre“ und einer Festung aus dem 11. Jahrhundert. Hier gibt es diverse kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster und ebenso viele Souvenir- und Waffenläden. Wir brauchen beides nicht und sind daher recht bald mit der Stadtbesichtigung durch. Die Seilbahn hat uns in die Stadt das letzte Stück hochgebracht und mit ihr fahren wir wieder herab, um dann noch ein Stück durch den Wald zu unserem Stellplatz zu gehen. San Marino gilt als eine der ältesten Republiken und ist umgeben von italienischem Territorium, daher sprechen hier auch alle italienisch.

Auf unserem Weg durch die Toskana schrauben wir uns höher und höher über viele Berge und Pässe, vorbei an schroffen Felsen bei Bagno di Romagna, Poppi, Bibbliena und Consuma…

bis schließlich nach Firenze/Florenz. Am Stellplatz angekommen müssen wir uns dringend erfrischen. Doch es ist kein Meer oder See in der Nähe. So nehmen wir kurzerhand den Schlauch fürs Frischwasser und bespritzen uns damit gegenseitig und selbst. Das war sehr schön und notwendig. Selbst um 0:00 Uhr zeigt das Thermometer noch  32 °C an.

Ziemlich früh, weil viel zu heiß, denn unser TrauMobil hat keine Klimaanlage und richtig abgekühlt ist es in der Nacht auch nicht, machen wir uns per Rad auf, um sehenswertes von Florenz zu entdecken.

Die wunderschöne Außenfassade der Kathedrale sieht aus wie aus einem Märchen von 1001 Nacht. Aber wir reihen uns dann nicht in die fast kilometerlange Schlange wartender Menschen, die ins Innere der Kirche wollen. Sie hat noch nicht mal geöffnet und die Schattenplätze beim Warten sind rar.

Also radeln wir erstmal weiter zum Fluss Arno und der „Ponte Vecchio“. Auf dieser berühmten Brücke stehen viele kleine überhängende Häuschen, die alle Schmuck- und Juwelierläden beinhalten. Von weitem sieht die Brücke mit den Häusern darauf aus, wie ein Mini-Dorf.

Am Platz „Piazza della Signoria“ tummeln sich die Touristen, um den Turm mit den Zinnen, den schönen Neptunbrunnen und die vielen Statuen zu bestaunen. Auch eine Kopie der Statue „David“ von Michelangelo steht hier. Die Restaurants locken ihre Kunden mit nach außen gerichteten Wassernebel-Sprühdüsen, denn trotz recht früher Zeit brennt die Sonne heiß herab.

Da die Kathedrale weiterhin von zu vielen wartenden Menschen belagert ist, geben wir es auf und radeln zur alten Markthalle „Mercato Centrale“. Hier findet man in der Hauptsache Lebensmittel und besondere kulinarische Spezialitäten aus Florenz. Im oberen Stockwerk bieten jede Menge Cafés und Restaurants den Hungrigen regionale und andere Speisen an. Vor der Markthalle bieten unzählige Händler Lederwaren, Schuhe und anderes an.

Die Stadt hat noch viel mehr zu bieten, aber wir ziehen es vor, uns unter die Stellplatz-Schlauchdusche zu stellen und den Rest der Zeit im Schatten zu verbringen.

Wir fahren weiter in den Norden und rasten auf einem Campingplatz mit Pool in Rioveggio, einem kleinen Ort in der Nähe von Bologna.

Zu guter letzt fahren wir in den Ort Palmanova.

Palmanova ist eine kleine Gemeinde in Friaul-Julisch Venezien, die Ende des 16 Jahrhunderts als „Planstadt“ angelegt wurde. Ihr typischer sternförmiger Grundriss hat sich bis heute erhalten. Die Stadt sollte damals zum wichtigsten Landstützpunkt der Venezianer ausgebaut werden, jedoch misslang der Plan. Der fast runde riesige überdimensionierte Hauptplatz zeugt noch von dieser Zeit. Ich fand es besonders interessant die vielen Fotos und Bilder der Stadt von oben zu betrachten. So etwas hatte ich als Stadt noch nie gesehen.

Nun verlassen wir also Italien und fahren wir in ein anderes Land; welches dies sein wird, könnt ihr entweder selbst erraten oder erfahrt ihr dann im nächsten Blog.

Bis dahin senden wir viele heiße Grüße

Eure SuMi und TrauMobil

 

Sizilien

Nun haben wir es geschafft und sind in Villa San Giovanni am Fähranleger angekommen. Ein Ticket für die Hin- und spätere Rückfahrt ist schnell gekauft und schon reihen wir uns ein in die Schlange von Autos, Lastwagen, Bussen etc. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wieviel teilweise auch sehr lange und große Lastwagen auf so eine Fähre passen, da ist unser TrauMobil klein dagegen.

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