Weihnachten im Norden (in Deutschland)

Hallo liebe Blogleser/Innen,

okay, die meisten von Euch haben schon viele gepostete Fotos auf WhatsApp anschauen können und wissen daher, wo wir unsere Feiertage verbracht haben. Dennoch möchten wir diesen Blog veröffentlichen, für alle, die es noch nicht wissen oder gesehen haben, für alle Interessierte und auch für uns selbst; denn es ist jedes Mal so etwas wie eine Erinnerung zu schauen, was wir alles erlebt haben. Daher entfällt auch der von uns früher geschriebene obligatorische Jahresrundbrief.

Wir waren also auf der nördlichsten Insel Deutschlands: Sylt!

Im weiteren Bericht könnt ihr gerne noch ein paar schöne Fotos mit Eindrücken und Bemerkungen von uns anschauen und lesen.

Viel Spaß dabei!

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Inshallah

Ihr Lieben,

nachdem ich im letzten Beitrag beschrieben hatte, wie hier auf Lesbos die Situation in Bezug auf Menschen in Bewegung im Camp ist, möchte ich heute einen Einblick in meine Arbeit hier im Community Center „One Happy Family“ (OHF) geben.

Zunächst aber hier als Einstimmung auf die Insel eine kleine Fotogalerie mit Eindrücken von der Insel.

Die Situation für die Menschen in Bewegung hat sich hier auf der Insel sehr verändert, insbesondere im Vergleich zu meiner Zeit 2019, als ich hier war; diese Veränderungen haben natürlich auch Auswirkungen auf die Arbeit im OHF.

Seit einiger Zeit verlegt die griechische Regierung die Menschen in Bewegung schneller auf das Festland nach Thessaloniki oder Athen(deshalb hat OHF bereits einen ersten Brückenkopf in Athen eingerichtet, der über kurz oder lang dann ausgebaut wird, um den Menschen in Bewegung auch dort Hilfe und Entspannung anbieten zu können), die Campregeln sind rigoroser und teilweise willkürlich, der Widerstand der örtlichen Bevölkerung gegen ein geplantes neues Camp wird größer, neue Coronaregeln erschweren die tägliche Arbeit. Es kommen insgesamt weniger Menschen zum OHF, nichtsdestotrotz versuchen wir alle  hier ihnen eine gute Zeit zu schaffen.

Seit etwa drei Wochen landen jedoch wieder vermehrt einzelne Boote auf Lesbos und den anderen Inseln mit Menschen aus Somalia und dem Sudan. Wenn sie gelandet sind, flüchtet ein Teil von ihnen oftmals in die Wälder, da die griechische Polizei und die Küstenwache seit einiger Zeit auch dafür berüchtigt ist, die Menschen entgegen der europäischen Rechtsprechung wieder auf ihr Boot zu verfrachten, sie hinaus auf das Meer zu schleppen, den Motor zu zerstören und sie dann in türkischen Gewässern ihrem Schicksal zu überlassen.

Das Besondere und Gute hier im OHF im Gegensatz zu anderen NGO‘s ist ja nach wie vor, dass ein internationaler Volontär so wie ich immer im Team zusammen mit sogenannten Community-Volontären (Menschen in Bewegung, die sich dafür beworben haben) zusammenarbeitet. Das schafft gegenseitigen Respekt und Akzeptanz, das finde ich einzigartig und sehr hilfreich – nicht nur wegen der zusätzlichen Sprachkenntnisse, die dann in der täglichen Zusammenarbeit zum Tragen kommen.

Es gibt ja viele Arbeiten hier im OHF und ständig, manchmal wochen- oder tageweise, müssen sie umgestellt werden. Das erfordert eine hohe Flexibilität von uns, wird aber dadurch auch immer den geänderten Bedürfnissen unserer Gäste gerecht.

Folgende Angebote gibt es hier ( teilweise von Partnern):

Coronagerechte Registrierung am Eingang / Ausgabe von Artikeln im Onlineshop / Angebote im Womenspace / Computerkurse / Englisch- und Griechisch- Unterricht / Fotokurse / Mittagessensausgabe / Reparatur von Fahrrädern und Handys und vieles mehr.

Es gibt jeden Morgen eine Teambesprechung des Shiftcoordinators – natürlich auf Englisch -, Teilnehmer sind alle Volontäre und Community –  Volontäre. Hier werden die Tagesaufgaben verteilt, dabei sind auch tägliche Reinigungsarbeiten zu vergeben. Das geht meistens in entspannter Atmosphäre vor sich und es findet sich letztlich immer jemand für offene Aufgaben.

Für mich hatte sich nach kurzer Zeit heraus kristallisiert, dass ich hauptsächlich im Online- Shop tätig sein möchte, daher werde ich beispielhaft diese Aufgabe hier kurz erklären, damit ihr Euch das besser vorstellen könnt.

Im Online-Shop haben wir uns auf die Ausgabe von Artikeln ausschließlich an Männer konzentriert, da andere NGO‘s in der näheren Umgebung Frauen und Kinder helfen.

Ab Oktober diesen Jahres hat die Europäische Union die Geldauszahlung an die Menschen in Bewegung an die griechische Regierung übergeben. Ergebnis war unter anderem, dass es deutlich weniger finanzielle Hilfe für sie gibt und diese auch manchmal gar nicht oder verspätet ohne Begründung kommt. Daher sind unsere Gäste mittlerweile noch mehr darauf angewiesen, dass sie Dinge des täglichen Bedarfs (Shampoo, Duschgel, Seife, Handtücher, Unterhosen, Kondome, Waschpulver, Taschentücher, Toilettenpapier, Socken etc.) bei uns im Online-Shop „erwerben“ können.

Einmal im Monat können sie über ihr Handy oder vor Ort eine limitierte Bestellung abgeben und dann hier abholen bzw. entgegennehmen.

Für mich haben sich hier immer wieder gute Gespräche entwickelt, ich habe einiges und erschreckendes über ihre Geschichte, ihre Fluchtwege und Träume erfahren.

Diese Menschen habe ich trotz ihres Schicksals so oft als starke und berührende, zugewandte und liebevolle Menschen kennengelernt; besonders Kinder bewegen mich immer sehr, so wie er hier.

Nachfolgend eine weitere Bildergalerie  mit kurzen Erklärungen.

Meine Zeit hier auf Lesbos neigt sich nun nach drei Monaten in Griechenland dem Ende zu, ab dem 26. November werde ich meine geliebte Nanni wieder in die Arme schließen können.

Gelegenheit, ein kurzes Resümee zu ziehen:

Menschenrechte sind unverhandelbar!

Man lässt keinen Menschen im Meer ertrinken, Punkt!

Das europäische Asylrecht, so unvollständig es auch ist, muss eingehalten werden, ansonsten verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit!

Pushbacks müssen bestraft und abgeschafft werden!

Es war sehr schön für mich , wieder so wunderbare Menschen kennengelernt zu haben.

Ein nächster Einsatz in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe wird voraussichtlich nächstes Jahr sein.

Zurzeit gehen meine Überlegungen dahin, dann wieder mehr in der direkten Face-to-Face- Hilfe zu arbeiten mit Essens- und Kleiderausgabe und medizinischer Hilfe in einem Hotspot.
Mal sehen, in welchem Land es dann sein wird; ich denke auch über einen kürzeren Zeitraum nach, vielleicht nur für zwei Monate, um nicht so lange von Susanne getrennt zu sein.

Wie die Menschen in Bewegung hier sehr oft sagen:

Inshallah – so Gott will.

Euer Michael

Lesbos früher und jetzt

Ihr Lieben,

meine Zeit hier in Griechenland neigt sich nun langsam dem Ende zu, meine dreimonatige ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Thessaloniki bzw. jetzt auf Lesbos endet in weniger als drei Wochen.

Zeit Resümee zu ziehen, zurück zu gehen und zurück zu blicken, nach vorne zu schauen und vorwärts zu gehen.

Hier nun zunächst…

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Michael in Bewegung

Ihr Lieben,

hier nun ein Zwischenbericht aus Griechenland.

Das Startbild dieses Blogs ist das Ergebnis eines Fotokurses im „Quick Response Team“, in dessen Rahmen mehrere sehr beeindruckende Bilder entstanden sind, die von Menschen in Bewegung gemacht wurden.

Ich flog nach Verabschiedung von meiner geliebten Nanni am 06. September mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Thessaloniki.

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Menschen in Bewegung – ich auch!

Wie ihr wahrscheinlich bereits geahnt habt, mache ich mich auch dieses Jahr wieder auf den Weg, um Menschen in Bewegung (=Geflüchtete, Flüchtlinge) im Ausland ein wenig in ihrer schwierigen Lebens- und Alltagsgestaltung zur Seite zu stehen. Außerdem werde ich dort zu verschiedenen Gelegenheiten Clownerie für Menschen in Bewegung anbieten, mit dabei sind dieses Mal „Peter“ (und „Petronella“),  meine beiden neuen Puppenbegleiter.

Es hilft mir sehr,

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Menschen für Menschen!

Nachdem ich nach zwei Wochen Flüchtlingshilfe in Bihac zu einem anderen Einsatzort wechselte, war ich schließlich vom 15. Oktober bis 05. Dezember ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe in Klujc in Bosnien tätig. Ich war eingesetzt in der kleinen Station des Roten Kreuzes Klujc, die an der Grenze zwischen dem Kanton Una-Sana im Nordwesten des Landes und der Republik Srpska liegt.

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Menschen lässt man nicht verhungern. Punkt. (Flüchtlingshilfe in Bosnien)

Am 02. Oktober nach sieben Stunden Fahrt mit dem Überlandbus von Sarajevo aus, wo ich knapp zwei Tage bei unseren Freunden Fehima und Omer übernachtet habe, bin ich in Bihac an der bosnisch-kroatischen Grenze angekommen.

Ich habe Zlatan (Leiter), Jannick (Volontär aus Heidelberg), Jasmin (Notfallsanitäter aus Bosnien) und Aladin (Notfallsanitäter aus Bosnien),  sowie Zlatans Frau Alma und ihre Tochter Hannah kennengelernt.

Zusammen mit Jannick und Jasmin bewohne ich eine WG-Wohnung und die kroatische Grenze bzw. die davor liegenden Berge sind hier nicht weit von uns.
Anhand der gesendeten Mails und Berichte, ist nun eine Sammlung entstanden, die einen Einblick in den derzeitigen Alltag gibt.
(PS.: Zu den Fotos: Die Flüchtlinge und Helfer werden stets gefragt, ob sie mit dem Veröffentlichen der Fotos einverstanden sind. Andere werden hier nicht erscheinen.)

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Üdvözöljük – Ungarn – ein Sommergenuß

Von Graz kommend überquerten wir die ungarische Grenze – ohne Grenzbeamten, ohne Kontrolle, ohne Fiebermessen.

Direkt hinter der Grenze hieß es erst einmal elektronische „Wegelagerer-Maut“ kaufen und dann auch noch Euros in Forint umtauschen, da Ungarn zwar unerklärlicherweise immer noch zur Europäischen Union gehört (trotz des dortigen aus meiner Sicht autokratischen Herrschers Orban und seiner fremdenfeindlichen und rassistischen Politik), aber eben nicht den Euro eingeführt hat.

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Wieder unterwegs…

Ja, wir konnten es kaum erwarten:

Jeden Tag hörten wir aufmerksam die Radionachrichten, um zu erfahren, wann wir wieder reisen dürfen. Natürlich hatten wir uns brav an alle Beschränkungen gehalten, aber irgendwie wollten wir wieder los.

Nachdem wir wieder alles in unserer Wohnung eingepackt und Strom ausgeschaltet hatten,

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