Schweden: Dalahästen, Kanelbullar, Midsommar und Lupinen

Wer den französischen Film „Willkommen bei den Sch’tis“ kennt, in dem ein Südfranzose beruflich in den „Norden“ (die Normandie) versetzt wird und nun glaubt nur noch Pelzmützen tragen zu müssen ahnt, wie wir uns zu Beginn auf unserer Reise hoch in den Norden fühlten. Tatsächlich werden wir schon am Abreisetag mit Temperaturunterschieden von bis zu 20°C konfrontiert. Unterwegs von NRW, durch Niedersachsen, Bremen und schließlich Schleswig-Holstein mit beginnenden 35°C sind es schließlich am Abend nur noch 15°C. In Flensburg am Stellplatz (Citti-Park) beginnt sogar ein heftiger Regen. Abends fahren wir dennoch mit einem Bus zumindest an den Hafen.

Tags darauf durch Dänemark über die lange Öresund-Brücke nach Malmö ebenfalls im Regen kommen wir bei 11°C an. Aber hallo, das wussten wir ja – schließlich sind wir nun “echt im Norden”. Wir trotzen Wetter, Kälte und Nässe, schwingen uns auf die Räder und radeln vom schönen Stellplatz am Yachthafen (Ställplats Lagunen, Malmö) in die City.

Vom Stellplatz, welcher rappelvoll ist und immer, wenn ein Womo abreist, der Platz durch ein neues ersetzt wird, kann man bis auf die Öresund-Brücke schauen. Gleich nebenan sind tolle Radwege entlang der Promenade bis hin in die Innenstadt. Positiv fällt uns auf, wie sauber und gepflegt alles ist und wie viele öffentliche saubere Toiletten es gibt.

Irgendwann kommt am späteren Nachmittag die Sonne noch raus und wir genießen es. Der verdrehte hohe Turm, ein Kongresscenter, ragt sichtbar von allen möglichen Seiten heraus. Es ist der höchste Wolkenkratzer in ganz Skandinavien. Wir flanieren durch die Altstadt, gönnen uns einen Tee und Eis, erstehen erste teure Postkarten und als wir am Abend den vielen Anglern am Hafen zuschauen, ist es noch ziemlich hell. Erst gegen 23:00 Uhr geht die Sonne so ein wenig unter und tatsächlich ist es auch nicht stockfinster, sondern eine Art dämmrig, aber wir schlafen dennoch gut in unserem TrauMobil.

In der Nähe von Helsingborg stehen wir kostenlos ganz nah oberhalb des Strandes. Der „Geheimtipp“ dieses Platzes scheint sich dennoch herumgesprochen zu haben, denn bis zum Abend ist auch er voller Womos. Er liegt in Laröd (Södra Kustvägen 33) und auch hier ist sogar ein öffentliches WC, sehr praktisch, nicht nur für uns. Allerdings ist es nicht empfehlenswert hier am Strand im Wasser schwimmen zu gehen; es wimmelt voller Quallen und Schlacke. Schade, denn es ist doch noch nett warm geworden.

Stattdessen nutzen wir die gut ausgebauten Radwege und fahren die ca. 7,5 km entlang der Strandpromenade und durch den Wald nach Helsingborg. Auf dem Weg ist ein Bunker mit neuer Nutzungsmöglichkeit. Gleich hinter der schönen Promenade am Hafen steht ein beeindruckendes Rathaus mit Uhrenturm. Wir besichtigen den 35 m hohen „Kärnan“ (der Kern), der vor dem 18. Jahrhundert einfach nur: Turm zu Helsingborg genannt wurde. Den Turm, als letztes Überbleibsel einer großen Festungsanlage aus dem 14. Jahrhundert, erklimmen wir über die vielen Treppen, um von oben eine wunderschöne Aussicht auf den Hafen und die Umgebung zu haben. In den unterschiedlichen Räumlichkeiten des Turmes wird anschaulich und informativ über die Entstehung und Geschichte des Turms berichtet. – Die Hafenpromenade erstreckt sich über einige Kilometer und schließlich gelangen wir zurück zu unserer fahrbaren Unterkunft; chillen in der Sonne, sehen in der Ferne einen Regenbogen und genießen hier die warme Sonne bis zum späten Abend. Zwischen Helsingborg und dem gegenüber liegenden Ort Helsingör in Dänemark hat der Öresund seine schmalste Stelle von nur 5 km. Man sieht von der schwedischen Seite aus das gigantische Schloss Kronborg, auch von unserem Stellplatz.

 

Ganz in der Nähe liegt das Schloss „Sofiero“ (Sofiero Slott och Slottsträdgärd), die ehemalige Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie mit berühmten Blumengärten und diversen alten und neuen Rhododendren. Das kleine Schloss samt der großen Parkanlage mit diversen Bäumen, verschiedenen bekannten und seltenen Pflanzen, einem Kräutergarten, Abenteuer-Kinderspielplatz, Skulpturen und kleinen Bächen zwischen den Rhododendrenwäldern ist wirklich sehenswert, besonders im Sonnenschein. Den haben wir, als wir beides, Schloss und Park besichtigen. Leider sind jetzt die meisten Rhododendrenblüten schon verblüht oder abgefallen, aber wir stellen uns vor wie prachtvoll farbenfroh alles ein paar Wochen vorher ausgesehen haben muss. Der Rest der Pflanzen erfreut uns jedoch noch reichlich. Mit einem abschließenden Besuch des Schlosscafés mit der hier in Schweden traditionellen “Fika”, die in der Regel aus einer Tasse Kaffee und einer Zimtschnecke besteht, haben wir die Hälfte des Tages wunderbar ausgefüllt. Micha hat sich solch ein schwedisches Fika gewählt, ich hingegen probiere die hier auch üblichen gefüllten Baisers. Vom Fenster des Cafés aus sehen wir sogar auch bis hinüber zum Schloss Kronborg in Dänemark. Das war früher clever ausgedacht und erbaut. Die Kronprinzessin Margareta mit ihren botanischen Kenntnissen trug im Wesentlichen dazu bei, was aus dem heutigen Schlosspark geworden ist.

 

Göteborg ist unser nächstes Ziel. Die zweitgrößte Stadt Schwedens, am Fluss Göta älv ist eine besonders wichtige Hafenstadt für den Schiffsverkehr und verfügt auch sonst über interessante Sehenswürdigkeiten. Den beliebten Vergnügungspark „Liseberg“ mit vielen Fahrgeschäften und einem Skulpturengarten besuchen wir allerdings nicht; uns reicht bereits der Anblick der Achterbahn von der Ferne aus. Stattdessen hatten wir einen Stellplatz im „Lisebergsbyn Campingplatz“ (Lisebergsbyn Hostel, Olbersgatan 9) frühzeitig gebucht. Unser Navi führt uns allerdings etwas weiter zu einem kleinen Stellplatz ohne VE mit Zahlsäule, welcher verwirrend „Lisebergs ställplats“ heißt. Der Platz hat jedoch die gleiche Website und schließlich findet Micha heraus, dass es einen weiteren Lisebergs Camping am Askim Strand gibt. Um es kurz zu fassen: wir kennen nun Göteborgs Stadtautobahnen und deren Feierabendstau. Viel später als erdacht kommen wir endlich am richtigen Platz an. Nett mit kleinem Wiesenstück an unserem Platz, Dusche, WC und allem anderen, was wir gar nicht brauchen. Im kleinen Geschäft in der Nähe kaufen wir Daim-Schokolade, günstigen grünen Spargel, teuren Salat und Eis. Die Sonne ist den ganzen Tag mit uns gefahren und auch hier am Platz scheint sie noch eine ganze Weile.

Göteborgs City erreichen wir von einem großen Einkaufszentrum aus mit dem Bus, weil es ziemlich zu regnen beginnt, kurz nachdem wir unsere Räder abschnallen. Hier in der großen und lauten Stadt besichtigen wir u.a. „Haga“, ein Szenenviertel mit netten alten und historischen Holzhäusern, typisch für Schweden; die „Feskekörka“ (Fisch-Kirche), eine Fischhalle, die wie eine Kirche aussieht und daher so genannt wird, aber temporär geschlossen hat, weil sie umgebaut wird, sowie die „Saluhalle“, eine große alte Markthalle. Der Regen hat aufgehört, so gehen wir von einem Platz zum nächsten zu Fuß, vorbei am Fluss Göta, an diversen anderen netten historischen Bauwerken, Skulpturen und leider auch an viel zu vielen Baustellen.

Nächster Stopp ist in Forsvik, einem kleinen Ort am Übergang vom See Viken und dem Göta-Kanal, der hier im Jahr 1810 zu Beginn gebaut wurde. Auch ist in Forsvik die alte noch funktionierende Schleuse aus dem Jahr 1813 zu sehen. Wir finden einen schönen Platz zum Übernachten gleich hinter dem großen Freiluft- Museum und Theater, ganz nah und mit Blick auf den See. Die kostenlose Besichtigung des Industriemuseums „Forsvik bruk“ mit den ältesten und historischen industriellen Gebäuden für eine Kleinschmiede, Metallgießerei, Holzschleifwerk für die Produktion von Papiermasse, einer Wassermühle mit Mahlwerk und Elektrizität Werk ist super interessant und anschaulich gestaltet. Es gibt einen kleinen Film im „alten Kino“, ein Werks- Café lädt mit leckeren Kuchen und anderen Kleinigkeiten, sowie Getränken zum Verweilen in der Sonne oder im gemütlichen Wohnzimmer ein und letztendlich werden im großen ehemaligen Fabrikraum, der zu einem alternativen Theater umgestaltet ist, dort Veranstaltungen unterschiedlicher Art angeboten; leider gerade jetzt nicht, wo wir hier sind. Forsvik ist ein richtiger kleiner Museums-Ort und vor allen Häusern des Ortes ist ein altes Foto mit der Beschreibung der ehemaligen Bedeutung des Hauses zu lesen, sogar in deutscher Sprache.

Vorbei am großen See Vättern mit inzwischen 28°C kommen wir in Örebro auf dem riesengroßen Campingplatz (Gustavsvik) an und fühlen uns beide sehr unwohl inmitten der riesigen Wohnmobil-Busse und langen Wohnwagen. Es gibt jede Menge Aktivitäten, insbesondere für Kinder, aber irgendwie habe ich mich da beim Buchen vertan oder nicht richtig gelesen; es steht fest, dieser gigantische Platz mit viel Trubel und besonders hohem Preis passt nicht zu uns. Nicht mal das angrenzende Schwimmbad mit vielen Spaß- Rutschen heitert mich auf, denn in den beiden daneben liegenden kleinen Seen darf man nicht schwimmen. Auf die Nachfrage, ob wir eine Nacht canceln können, bekommen wir ein klares Nein; obwohl der Platz ja dann für andere frei wäre- die lange Warteschlange von Womos vor der Rezeption würde sich freuen. So radeln wir nach Örebro in die City. Bestaunen das Wasserschloss und die kleinen Holz Häuser in „Wadköping“, eine Attraktion im Stil eines Dorfes mit Museum, Bäckerei, Handwerksläden, einem kleinen Open air Theater und historischer Architektur (leider nicht mehr von innen, weil zu spät). Irgendwann fällt uns auf, dass überall in der Stadt urige und lustige „open art“ Kunstwerke verteilt sind. Das macht Spaß überall herum zu fahren und neue Kunstwerke zu entdecken. Zum Schluss betrachten wir noch von unten den Pilzförmigen Wasserturm. Oben soll ein Restaurant sein, aber auch das ist gerade geschlossen.

 

Es ist „Midsommar“ in Schweden, der schwedischste aller Feiertage. Der Tag variiert jährlich zwischen dem 19. und 25, Juni und fällt dieses Jahr auf den 24. Juni. In der christlichen Tradition findet an diesem Tag der Johannitag (die Geburt Johannes dem Täufer) statt. In ganz Schweden wird der Mittsommer-Tag, bzw. vor allem die Nacht gefeiert, denn in dieser Nacht geht die Sonne nicht unter, oder kaum ist sie untergegangen, geht sie auch schon wieder auf. Es werden Blumenbäume, ähnlich wie unsere Maibäume aufgestellt. Sie sind hübsch dekoriert mit Blumen, vor allem Margeriten und andere heilende Blüten; auch Lupinen fehlen nicht. Lupinen sehen wir hier überall in Mengen wild am Straßenrand blühen und erfreuen uns an den violetten, rosafarbenen und weißen Blumen.

Dann, wenn der „Maibaum“ steht (das Wort kommt nicht vom Monat Mai, sondern vom Verb „maja“, was bedeutet: „mit Blumen schmücken“), tanzen alle um ihn herum, trinken und feiern bis tief in die Nacht oder sogar darüber hinaus.

Wir fahren auf der Landstraße hoch und runter, um Kurven, an vielen kleinen schönen Seen vorbei, oftmals ganz alleine auf weiter Strecke, ohne Gegenverkehr oder jemanden hinter und vor uns. Gegen frühen Mittag kommen wir in Nås (gesprochen wie o= Nos) an (Nås -Camping Dalarna). John aus Holland und seine Frau Nicole aus Berlin haben hier einen kleinen, richtig wunderschönen Campingplatz übernommen. Die beiden hat es nach Schweden verschlagen und sie haben ihren Platz liebevoll gestaltet. Unter alten schattenspendenden Bäumen, am Fluss Västerdalälven, auf Wiesengrund stehen hier nicht allzu viele Camper, die Ruhe und wenig Aktion suchen.

Dennoch, heute ist Midsommar, da wird gefeiert. Gleich nebenan im Waldcafé findet das Fest mit vielen Menschen statt. Sie kommen von nah und fern, mit Rädern, Autos und natürlich zu Fuß, so wie wir vom Campingplatz. Gegen einen geringen Eintritt dürfen wir zusammen mit den Schweden ihr Fest feiern, beim Aufstellen des Baumes zusehen und sogar mittanzen. Die in traditioneller Tracht gekleideten Frauen fallen besonders auf und werden von allen bestaunt und beklatscht. Es ist üblich, dass man sich (meist Frauen) mit einem bunten Blumenkranz schmückt. Ich habe, während Micha fuhr, mit ein paar Blumen vom Straßenrand mir auch einen Kranz gebunden.

Etwas später helfe ich noch beim Schmücken des kleineren Campingplatz-Baumes und lerne hierbei Katharina und ihren Mann aus Schweden kennen, wie ebenso das andere holländische Paar, die auch hierhin ausgewandert sind. Beim Schmücken unterhalten wir uns über das Reisen, Musik, Midsommar und anderes und alles in einem Mix aus deutsch, holländisch, schwedisch und vor allem englisch.

Der Fluss ist zwar kalt, aber das hält mich nicht davon ab, endlich in einem echten schwedischen Gewässer zu schwimmen und wenn es auch schon Abend ist. Es ist ja noch hell. Auch am nächsten Tag mit mittlerweile 30 Grad lockt uns der erfrischende Fluss. Sogar Micha traut sich ins kalte Wasser. Wir radeln ein wenig durch den kleinen Ort und geniessen diese wunderschöne Gegend. Beim herzlichen Verabschieden und einem Dankesgruß für diesen tollen Platz an Nicole und John, bekommen wir von beiden ein kleines holländisches Geschenk (leckere  Sirupwaffeln). Dann zieht es uns wieder weiter an unzähligen kleinen und größeren Seen entlang und am Fluss entlang.

Wir erreichen nach einer Weile über die Brücke kommend den grossen und schönen See Siljan. Das freut mich besonders, zumal dieser See uns irgendwie an unsere Tochter Silja erinnert; schön und klar. Der Platz mit Schotter Untergrund ist nicht ganz so prickelnd, aber die Aussicht ist herrlich und das erfrischende Bad im See ebenso. Mittlerweile hat die Temperatur die 30er Grenze überschritten. Neben uns stehen Anja und Christoph, ein Paar aus Flensburg mit einer Reise- Vorliebe für den Norden. Norwegens Lofoten haben sie schon hinter sich und so unterhalten wir uns schließlich angeregt und ausführlich über das Reisen im Allgemeinen und über dies und das mit und ohne Womo. Irgendwann beginnt Christoph unsere Frontscheiben sauber zu wischen,  weil er das als nicht ernstgemeintem Witz von einem netten Norweger verlangte und dieser dann tatsächlich seine Frontscheiben putzte. Nun will Christoph dies quasi über uns wieder gut machen. Eine sehr nette Geste und das Fenster ist wieder gut durchschaubar. Danke nochmal dafür. 🙂 Am nächsten Tag gibt’s noch ein paar gegenseitige Tipps,  den Austausch von Handy Nummern und ein herzliches Verabschieden. Wir hätten den Weg ja gerne gemeinsam fortgesetzt, aber Anja und Christoph sind wieder auf dem Weg in den Süden und wir in den Norden.

Einen tollen Tipp setzen wir gleich um, denn was wir nicht wussten: genau hier aus diesem Ort  Nusnäs stammen die berühmten “Dala-Pferde” (schwed. “Dalahäste”, das sind diese orangenen IKEA-Pferde – benannt nach der Region Dalarna). Anschaulich wird die Produktion der weltberühmten Pferde gezeigt, vom Rohholz, dem Sägen und Feilen bis schließlich zum Färben und Handbemalen. Bis auf die maschinelle Säge heutzutage wird fast alles noch so wie früher von Hand gefertigt. Klar gibt es einen Werksverkauf, sowie einen Souvenir Laden gleich dabei und ratet mal, wer da in jedem Fall was kauft? Ich kann sogar meinen eigenen gekauften Rohling bemalen. Länger als gedacht, bleiben wir dort und für mich sehr schön.

Mit den erworbenen Pferden machen wir uns schließlich wieder auf den Weg. Natürlich nicht hoch zu Ross, sondern in unserem sehr heißen TrauMobil.  Es ist schwül, eine dicke Wolkendecke hängt über uns, aber der Regen bleibt aus und die 33°C sind nicht mehr so schön. Zum Glück haben wir noch genügend Wasservorrat dabei und auch unser Kühlschrank funktioniert. Der Weg auf der Landstrasse mit dem meist roten Straßenbelag ist recht lang, kurvig, teils bergig und wieder abwärts und bietet lediglich Abwechslung durch die vielen kleinen Seen und größeren Steinformationen, die wie zufällig von einem Riesen hingeworfen wirken. Sie stammen überwiegend noch aus der Eiszeit und bieten hier landschaftlich einen klaren Kontrast zu dem sehr bewaldeten Landabschnitt.

Wir haben vor, einen schönen Natur Camping aufzusuchen und fahren einmal laut Navi rechts ab in einen Waldweg. Dass der Weg immer schmaler und unebener wird, stört uns nicht ganz so sehr, das kennen wir noch von unserer langen Reise; aber er grenzt wirklich sehr nah an den neben uns liegenden See. Als es dann plötzlich noch über eine extrem schmale Brücke geht, die gerade mal 4 Tonnen zulässt (wir haben 3,5), ist uns schon etwas mulmi. Sogar Micha ist froh, als wir rüber sind. Auf den Fotos kann man leider gar nicht erkennen, wie schmal der Weg war.

Der erste Natur Camping, den wir erreichen, befindet sich nur unweit der Landstrasse und der über den Fluss Ljusnan führenden Brücke, die man beide ziemlich unschön hört. Der Fluss ist zum Schwimmen auch nur unpraktisch steil zu erreichen und jede Menge gemeiner Bremsen-Insekten haften in wenigen Minuten an uns, dass wir weiterfahren zum nächsten Natur-Camping.

An der großen Kreuzung von Sveg sehen wir das Wahrzeichen dieser Stadt: einen großen, 13 Meter hohen, 12,6 Meter langen und 80 Tonnen schweren aus Holz gebauten Bären. Er soll in den Jahren 2003-2005 gebaut worden sein und allein die 570.000 verbauten Nägel wiegen 4 Tonnen. Allerdings hat er wohl mal bessere Zeiten erlebt und ist etwas in die Jahre gekommen, denn er wird unter dem Kinn mit einem Gerüst gestützt und sieht auch sonst etwas verwittert aus. Wir fuhren 2 x daran vorbei, beim 2. Mal regnet es.

Dann erreichen wir den sehr schönen Natur Camping in der Nähe Mosätts (Mosätts Naturcamping, bei Glissjöberg) am See Svegssjön. Es stehen schon einige Camper dort, unter anderem ein mega riesiges Fahrzeug, sowie ein paar deutsche Camper. Der Platz am See ist herrlich und durch das schwüle Wetter lädt er uns relativ schnell zum schwimmen ein. Wir radeln auch noch ein wenig durch die vom Wald umgebene Strasse und haben bis zum Abend unseren Spaß mit einem Spieleabend am dort aufgestellten Picknicktisch.

Nun befinden wir uns ganz sehr westlich, fast an der Grenze zu Norwegen. Hier möchte Micha sich gerne noch den höchsten Wasserfall von Schweden ansehen, den Njupeskär vattenfall, welcher im Nationalpark “Naturum Fulufjällets” liegt. Kurz davor stehen wir mit anderen Campern auf dem kleinen Stellplatz am Fluss bei Mörkret. (Mörkrets Campingplats). Hinweis: Die Schweden nennen wohl jeden kleinsten Platz, auch einen mitten im Wald oder am See egal ob frei stehend oder mit Bezahlung einen Campingplatz. Auch hier gibts ein Häuschen mit Trockentoilette. Auf dem Weg hierhin hat sich endlich der Wolkenhimmel ausgeschüttet und es regnet heftig eine ganze Weile, auch als wir über die Äsenvägen Brücke fahren, schüttet es ziemlich. Durch den Regen ist die schwüle Temperatur vom vergangenen Tag zurück auf 15°C gesunken.

Und hier noch ein paar Eindrücke des Wasserfalls und damit vorerst tschüss oder hejhej, oder hejdå wie sich die Schweden begrüßen und verabschieden. Der zweite Teil von Schweden folgt, nachdem wir ihn erlebt haben.

Eure SuMi im TrauMobil

PS: Für alle (Schweden) Camper haben wir wie immer die Orte in fett, die Flüsse,  Seen und Gewässer in kursiv und die Namen der Camping/ Stellplätze in Klammern geschrieben.

Bis bald wieder.

 

 

8 Antworten auf „Schweden: Dalahästen, Kanelbullar, Midsommar und Lupinen“

  1. Hallo ihr Lieben, ich habe gerade den Reisebericht von eurer Schweden Tour gelesen. Ein schöner Bericht und du, liebe Susanne, schreibst wirklich toll. Wir haben uns gefreut, euch kennengelernt zu haben. Vielleicht treffen sich unsere Wege ja irgendwann noch ein zweites Mal. Lieben Gruß und weiterhin eine schöne Reise durch Schweden.
    Anja

    1. Liebe Anja und Christoph, Danke für das Lob. Mir macht das Schreiben übers Reisen mindestens genauso viel Freude, wie das Reisen selbst. Und ja, es war toll, dass wir euch auf dem Weg getroffen haben. Danke für nette gemeinsame Gespräche. Es gibt doch immer ein zweites Mal, wo man sich sieht… also warten wir’s ab, wo das sein kann. Euch noch ne gute Reise heimwärts und schöne Grüße von uns.

  2. Hallo Susanne und Micha, es freut uns sehr, dass ihr bisher so viele schönes auf eurer Reise in den Norden erlebt habt. Wir können das nur bestätigen, denn wir sind jetzt seit Anfang Mai mit dem WoMo im Norden unterwegs. In Finnland waren wir in verschiedenen Nationalparks wandern und haben die finnische Gastfreundschaft genossen. Zur Zeit sind wir in Alta/Norwegen und unser nächstes Ziel sind die Lofoten und dann …? Wir wünschen euch eine wunderschöne Zeit in Schweden und freuen uns jetzt schon auf die Fortsetzung eures Reiseberichtes.
    Liebe Grüße Ingrid und Herbert

  3. Liebe Susanne und lieber Michael
    , wie schön es ist, die Natur um sich herum zu entdecken und das Schönste gemeinsam zu entdecken. Ich wünsche euch viel Freude und schöne Stunden miteinander. .
    Ali Naji
    ❤️🌹❤️

  4. Thank you for sharing your travel details with us.
    You have shared very, very beautiful photos.
    I wish you all the best.
    Hoping to see you soon.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.