Winterliche Kurztrips in Deutschland

Hallo liebe Freunde und Leser unseres Blogs. In Corona Zeiten und so kurz vor den Feiertagen habt ihr vielleicht ein wenig Zeit und Lust unseren Blog zu lesen und / oder die vielen schönen Fotos zu betrachten. Nehmt euch Zeit dafür und geht mit uns auf Reisen. Wir freuen uns wie immer über eure Kommentare. Nun viel Freude mit unserem letzten Blog in diesem Jahr 2021:

Ich begann mit dem Schreiben dieses Blogs (im bereits 2. Corona Jahr), für mich eher schon ziemlich spät, in dem Hotel „Haus Johnna“ in Einbeck. Wir waren jedoch nicht wegen des berühmten Bock Bieres hierhin gefahren; denn Einbeck hat weitaus viel mehr zu bieten und außerdem trinken wir eh kein Bier.

 

Geplant war es allerdings ursprünglich mit unserem TrauMobil zu fahren und auf dem netten Stellplatz am Schwimmbad zu stehen. Ich wollte gerne mal wieder ein verlängertes Wochenende mit dem Womo unterwegs sein, nachdem ich endlich meinen Micha wieder bei mir habe. Praktischerweise hatte ich noch 3 restliche Urlaubstage, die ich auch trotz großem Personalmangel in unserer Kita nehmen konnte. Einbeck sollte eine kleine Erinnerungsfahrt oder Tour in die Vergangenheit für Micha sein: Seine Großmutter väterlicherseits hatte viele Jahre in Einbeck gelebt und Micha samt seiner Familie besuchte sie als Kind einige Male in ihrem Haus. Der letzte Erinnerungsbesuch nach dem Tod seiner Oma im Jahr 1982 in NRW fand vor 30 Jahren im Jahr 1991 mit seinem Vater statt. Zeit für einen Auffrischungsbesuch dorthin und für mich ein neuer Ort zur Besichtigung.

Doch das Planen in diesem Jahr ist ähnlich wie im letzten Jahr schon, man sollte es mit Vorsicht tun, oder besser gar nicht. Jedoch nicht Corona war diesmal der Grund, sondern unser TrauMobil gab irgendwie seinen Fahr-Geist auf. Micha war nach einer kleinen Reparatur (neue Schlösser) mit dem Womo auf dem Heimweg, als es urplötzlich stehen blieb. Auch nach 1-2 mal weiteren Versuchen von Micha, nichts ging mehr. Ein unschönes knarzendes Geräusch am Motor ließ Micha sicherheitshalber den Abschleppdienst kommen und alles andere ausschalten. So auch die Heizung und er musste ziemlich lange im kalten Womo warten; bis ich ihm mit einer Thermoskanne Tee und Keksen vorerst zu Hilfe kam und bald danach der Abschleppwagen. Das TrauMobil wurde auf den großen Abschleppwagen gezogen, was gar nicht so einfach war, zumal es drohte hinten aufzusetzen; aber der gute Mann wusste Rat. Schließlich fuhren sie zu unserer Lieblings-Werkstatt, die gerade Feierabend machen wollten. Das Problem: die Aufhängung der Verteiler-Pumpe ist gerissen (befördert das Benzin zum Motor) – Verschleiß wegen Alter? Positiv: Man konnte das Teil bestellen und vllt bald einbauen; Negtiv: Fiat hat Lieferungs- Verzögerungen; vermutlich wegen Corona (also doch!). So mussten wir unsere Wochenend-Trips anderweitig mit dem PKW planen und in Einbeck schnell das letzte freie Zimmer buchen.

Kurz bevor es losging, hatten wir auch hier am Ort noch das Glück als „Geboosterte“ (3-fach Corona Geimpfte) mit den 2-G Regeln auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, bzw. an einem abendlichen oekumenischen Gottesdienst teilnehmen zu dürfen. Das brachte uns schon ein wenig in eine festliche Stimmung.

Dann ging es los und nach einem kurzen Stopp am bereits dunklen „Porta Westfalia“ Denkmal von Kaiser Wilhelm mit Aussicht auf die wie mit Lichterketten erleuchtete Stadt, kamen wir vorerst in Hannover an. Das war so geplant, denn wir besuchten dort für eine Nacht inklusive Frühstück Gabi und Rainer, die Eltern von Torben. Der wiederum ist seit vielen Jahren der beste Freund unseres Sohnes und so kennen wir Eltern uns ebenfalls. Wir hatten ein paar nette Stunden mit viel gegenseitigem Austausch. Danke den Beiden noch mal für die freundliche Übernachtungsmöglichkeit und Bewirtung in ihrem schönen Haus.

Etwa eine Stunde südlich von Hannover liegt die ehemalige Hansestadt Einbeck und bei strahlendem Sonnenschein, jedoch klirrender Kälte kamen wir an. Gleich bewunderten wir auf unserem ersten Gang durch die Altstadt die vielen wunderschönen Fachwerkhäuser. Ich konnte trotz kalt werdender Finger mein Handy zum Fotografieren kaum einstecken, denn ein Haus nach dem anderen war es wert fotografiert zu werden. Sehr viele Häuser mussten nach einem Stadtbrand im Jahre 1540 erneuert und wieder aufgebaut werden. Mehrmals fielen die schönen Häuser den Kriegen und/oder Bränden zum Opfer, doch der Altstadtkern sieht heute aus, als sei nie etwas anderes hier gewesen und das Restaurieren und Wiederaufbauen lohnte sich.

Gleich neben unserem Hotel mit der freundlichen Inhaberin befand sich der Stukenbrok- Park, benannt nach dem Geschäftsmann August Stukenbrok, der sich ab 1890 mit seinem Fahrradgeschäft zum größten Versandhaus Inhaber Deutschlands entwickelte und den Blick von senem Wohnhaus zu seiner gegenüberliegenden Fabrik nicht verbaut haben wollte; daher den Park errichten ließ. Heute ist im Haus die Hauptpost und im ehemaligen Fahrrad Geschäft das neue Rathaus und die Stadt Verwaltung untergebracht.

Der kleine Weihnachtsmarkt am Marktplatz vor der Ev. Marktkirche und neben dem alten Rathaus mit den drei Türmen war wegen der 2-G Regel nicht so voll besucht, jedoch am Abend stimmungsvoll beleuchtet und es spielten vor dem Rathaus zu verschiedenen Zeiten ein Querflötenchor, sowie ein Posaunenchor schöne Weihnachtslieder, die wir uns gerne anhörten.

Tagsüber führte uns der Weg in die von Micha bekannte Rabbethgestrasse zu dem zweiten Haus, in dem Michas Oma einst gewohnt hatte. Er freute sich wie ein Kind, als er es entdeckte und ich fand es schön, mitansehen zu dürfen, wie er in Erinnerungen schwelgte. Längst hatte das Haus andere Eigentümer, die wohl auch das eine oder andere am Haus verändert haben und sich leider auch nicht mehr an Michas Oma erinnerten; er aber dafür umso mehr.

Bergan ging es weiter zum Hotel „Hasenjäger“, in dem Micha samt Familie früher einige Male eingekehrt war und wir dort trotz der nachmittäglichen Schließung einen Kaffee, bzw. Latte Macciatto erhielten; vermutlich weil Micha vor dem neuen Inhaber so von seinen Erinnerungen schwärmte.

Und in der selben Strasse fanden wir auch, (dank ortskundigem Wissen und dem Erinnern von Michas Schwester- per Telefon erfaren), das erste großelterliche Wohnhaus. Für Micha war das alles eine wunderbare Freude verbunden mit sehr schönen Erinnerungen.

Auf dem Rückweg kamen wir an einem verlassenen Schrebergartengelände vorbei und neugierig gingen wir hinein. Trotz überwucherter Büsche, Gräser, Moos und hochgewachsener Bäume hatte dieser „lost garden“ etwas faszinierendes und wir entdeckten sogar noch einige alte Gartenlauben mit Geräten oder sogar Stühlen davor. Wir blieben, bis die untergehende Sonne diesen verwunschenen Garten in ein geheimnisvolles Licht tauchte und wärmten uns zurück im Hotel erst einmal gut auf.

Tags darauf machten wir uns entlang der Stadtmauer auf den Weg zum „PS-Speicher“, der größten Oldtimer Ausstellung Europas und ebenso von Fahrrädern, Autos und Motorrädern. Begonnen mit der 6. Etage dann abwärts chronologisch dem Zeitalter der Fahrzeuge, zunächst noch aus Holz und ohne Motor und ganz unten die heutigen und zum Teil kuriosen Fahrzeugmodelle; gestiftet von Sammlern, schauten wir uns alles an. Die gesamte Ausstellung war interessant und schön, sowie abwechslugsreich gestaltet anzusehen. Der Eintritt hat sich in jedem Fall gelohnt. Ein leckeres Essen rundete den Tag ab.

Damit ihr möglichst viele schöne Eindrücke haben könnt, gibts eine Diashow.

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Vor einigen Jahren habe ich einmal eine Tischdecke mit Blaudruck, bzw. weißem Druck auf blauem Stoff geschenkt bekommen. Tatsächlich wird dieses Handwerk in Einbeck seit 1638 angewandt. Die Einbecker selbst sagen, von hier stammt die Redewendung „wir machen blau“! Die Tradition der Färberei und der jahrhundertealten Handwerkstechnik des Blaudrucks veredelt Stoffe wie Leinen und Baumwolle und wird nur noch in wenigen Betrieben in Deutschland und Europa beherrscht und angewendet. Mitten in der historischen Altstadt fanden wir eine Werkstatt, die zwar am Wochenende leider geschlossen hat, aber der angrenzende Laden war geöffnet und natürlich erstanden wir für uns ein paar nette bedruckte Deckchen. Sogar auf einem Haus ist ein Blaudruck Bild zu sehen.

An einem Regentag hatte diesmal ich eine schöne Vergangenheits-Erinnerung an meinen Opa; nicht weil es regnete; sondern weil wir zu einem besonderen Fabrikmuseum nach Alfeld/Leine fuhren. Es ist das UNESCO Welterbe Werk „Fagus“. Zum Einen verbirgt sich dort eine architektonische Meisterleistung des Unternehmensgründers Carl Benscheidt und dem Architekten Walter Gropius, zum Anderen beinhaltet das noch heute aktive Werk die Herstellung von Schuh-Leisten. Auf fünf Etagen und elf Ausstellungsbereichen wird die Vergangenheit und Gegenwart des lebenden Denkmals vorgestellt. Die Räume sind alle sehr hell durchflutet mit Holzböden versehen und gut klimatisiert; die Ausstellung beinhaltet die Entstehung vom Baum zum Holzleisten für Schuhe samt der Schuh-Geschichte von damals bis heute und war für mich sehr interessant, denn mein Opa, mütterlicherseits war Schuhmachermeister. Ich hatte früher bei Besuchen bei ihm oftmals seine Holzleisten, das Schuhleder und manches Werkzeug bewundert. Nun aber konnte ich ein wenig mehr und interessiert seinen Beruf nachvollziehen, den er vor, während und nach dem 2. Weltkrieg ausgeübt hatte. Auch hier eine Diashow wegen der vielen Fotos.

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Ein abendlicher Kerzengottesdienst in der evangelischen Marktkirche rundete den 3. Advent feierlich ab. Selbstverständlich durften wir nur mit Ausweis und Impf-Nachweis, sowie mit FFP2- Maske, auf Abstand in den Kirchenbänken und ohne Gesang daran teilnehmen. Dennoch hinterließ unser verlängertes Wochenende viele positive Eindrücke von Einbeck und Umgebung.

Am 4. Adventswochenende fuhren wir mit dem Pkw nach Düren, um dort mit unserer gesamten Familie bei unserer Tochter Silja mit Manu und deren beiden Jungs im neuen endlich fertig gebauten Mehrgenerationshaus in deren Wohnung das Weihnachtsfest vorzufeiern. Hierhin kamen auch unser Sohn Jesko mit Alina, sowie unsere Tochter Jelka mit Jakob aus Berlin. Wir alle hatten eine wunderschöne gemeinsame Zeit mit leckerem Essen, guten Gesprächen, vielen Geschenken, lustigen Spielen und fröhlichem Wiedersehen. (Wir alle sind geimpft und hatten uns vorher getestet!) Da unser TrauMobil leider noch in der Reparatur war, durften wir dankenswerterweise in dem Wohnmobil von Siljas Nachbarn und Mit-Hausbewohnern nächtigen und auch die anderen jungen Gäste kamen allesamt in der Nacht gut unter.

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Nun warten wir gespannt, ob unser TrauMobil noch rechtzeitig vor unserem Weihnachts-Urlaub repariert werden kann, denn wenn nicht….? Mal sehen, was wird. Wir hoffen das Beste und berichten euch dann im nächsten Jahr, wie es war und wohin wir fuhren, um die Feiertage, sowie den Neujahresbeginn dort zu verbringen.

Eine letzte Hürde gibt es jedoch auch noch zusätzlich zu schaffen, bevor es endlich losgehen kann: in meiner Kita wird am letzten Tag noch ein „Pool-Test “ mit allen anwesenden Kindern und Erziehern  vorgenommen.  Die Auswertung erfolgt einen Tag später, an unserem 1. Urlaubstag. Wenn auch nur 1 positiver Fall dabei ist, müssen sich alle noch mal testen lassen…Da wollten wir dann eigentlich schon auf dem Weg sein… Also noch mehr Daumen drücken und beten und hoffen. —

Ein zweites Weihnachten mit Corona Pandemie steht vor der Tür und immer noch ist kein Ende abzusehen; wie ebenfalls kein Ende der Gewalt, dem unwürdigen Verhalten an Menschen mit Migrationshintergrund, an Menschen, die verfolgt, vertrieben oder gewalttätig behandelt werden, an Armut und Not in Ländern, die von Weihnachten geschweige denn geschmückten Tannenbäumen mit Glitzer und Glamour nur träumen können oder nicht einmal das…

…und dennoch freuen wir uns – auf das Fest der Liebe und der Hoffnung, auf ein besseres neues Jahr und wir wünschen uns und euch allen, dass es uns vielleicht ein kleines Stück vom Licht in der Dunkelheit schenkt. Lichtblicke in ein gutes neues Jahr, ja, das wünschen wir euch von ganzem Herzen.

Und wir wünschen allen, die noch nicht geimpft sind, dass sie das bald können, allen die traurig sind, dass sie getröstet werden,  allen Kranken ganz viel gute und schnelle Besserung und euch allen frohe Weihnachten.

Eure SuMi

 

PS: Kurz vor der Veröffentlichung erfuhren wir, dass unser TrauMobil doch wieder und vor allem noch rechtzeitig  repariert werden kann. Juhuu! 🙂

 

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