Erstens kommt’s anders und Zweitens, als man denkt.

Ich hatte ja beim letzten Blog von den Plänen gesprochen, die man dieses Jahr ziemlich über den Haufen werfen kann. Das bleibt tatsächlich so.

Wir planten nämlich, nur ein kleines bisschen nach meinem Arbeitseinsatz in Düren noch ein Weilchen im Lande herum zu reisen und im Winter ab in den Süden ins Warme zu fahren.

Doch auch das war wieder nichts. Also wieder eine Planänderung und nun sieht es folgendermaßen aus…

(Es folgen nun reichlich Text und jede Menge Fotos, viel Freude dabei.)

Ich habe meinen „Enkeldienst“ erfolgreich beendet und ihn bis zum 10. September noch fortgeführt. Dann sind Micha und ich zusammen mit unserem TrauMobil endlich wieder losgefahren. Das TrauMobil bekam in Düren noch ein paar neue Bildchen,  wie Shaun das Schaf,  Bobo Siebenschläfer, eine Schlange und dies und das . Die Enkel Jungs waren begeistert.

Zunächst einmal fahren wir ans Meer.  Ok, es ist nicht das große weite Meer,  sondern das „Steinhuder Meer“. Das ist aber auch ganz nett.  Der Stellplatz in Steinhude bietet alles, was ein Camper braucht, wenn auch die Duschen wegen Corona gerade geschlossen sind; der Platz ist jedenfalls total voll, so dass am Abend einige Camper vor der Schranke  stehen und dort auf den Folgetag warten, in der Hoffnung einen freien Platz zu bekommen. Unsere neu gebrauchten leichteren Alu Fahrräder werden hier eingeweiht und wir genießen die Natur und erkunden sie auf einigen der vielen schönen Radwanderwegen. Einmal umrunden wir mit 30 km das ganze Meer.  Auch auf dem Meer fahren wir einmal, mit einem Elektroboot.  Der Promenadenweg ist bei dem herrlichen Wetter voller Touristen,  dennoch achtet jeder meist gut auf den erforderlichen Abstand. Überall wird geräucherter Aal und Fischbrötchen angeboten, uns ist ein vegetarischer Flammkuchen jedoch lieber.

Weiter geht’s nach Berlin zu unseren anderen beiden Kindern.  Ein Besuch dort ist mal wieder fällig, wenn wir sowieso im Osten von Deutschland sind. Es ist schön mit Jesko und Alina, sowie mit Jelka zusammen zu sein. Mit Jelka radeln wir zum Plötzensee zum Baden und mit ihren Freunden grillen wir am Abend und mit allen tauschen wir unsere Erlebnisse aus und haben gute Gespräche. Sogar für einen kurzen Besuch bei meiner Nichte Grusche ist noch Zeit. Sie gibt uns einen voll gefüllten Spendenumschlag, den ihre Tochter Ronja und weitere Freunde für Michas Aktion gesammelt hat. (Dazu unten mehr)

Zusammen mit Jesko fahren wir an die Neißeaue und von dort gehts nach Görlitz, wo wir Jesko zum Bahnhof bringen, damit er zurück nach Berlin fahren kann.

Auf dem tollen alternativen Campingplatz am Rande von Görlitz, bei den ehemaligen Kühlhäusern der damaligen DDR finden wir einen wirklich gemütlichen ruhigen Platz. Mit den Rädern gehts an der Neiße entlang zur schönen Altstadt der Grenzstadt; Polen  liegt wirklich um die Ecke.  Aber diesmal klappt es nicht für einen kurzen Trip nach Polen,  doch in jedem Fall werden wir dorthin auch noch reisen. Allerdings überqueren wir die Altstadtbrücke zu Fuß, in deren Mitte die Grenze liegt. Kurz rüber nach Polen und wieder zurück, das muss vorerst reichen.

Schließlich kommen wir an Bautzen vorbei bis in die sächsische Schweiz und erleben hier eine wirklich atemberaubende  Natur an der Elbe.  Die herrlich warme Herbstsonne dazu ist besonders toll. Man kann die Gegend um den Ort  Bastei gar nicht beschreiben, so schön ist es. „Ferdinandstein“ mit den schroffen Bergsteinen, sowie die „Felsenburg Neurathen“, die „Basteibrücke“, die „Schwedenlöcher“ und alles drum herum ist gigantisch und sieht irre toll aus. Der Stellplatz am Bauernhof nahe von Rathen bietet alles, was wir brauchen, inklusive Brötchenservice, frische Eier von den Hofhühnern, Dusche, WC… Die Güterzüge und andere Personenzüge, die im viertelstündigen Takt direkt gegenüber vorbeibrausen, sind jedoch ziemlich nervig und vor allem laut (auch nachts). Dennoch bleiben wir hier eine gute Weile, radeln an der Elbe entlang bis Königsstein und in die andere Richtung nach Pirna. Die Hoffamilie Steiner ist wirklich sehr nett und freundlich, was man leider von mehreren anderen Sachsen (Bedienung im Cafe,  Busfahrer,  Tankstelle…) nicht unbedingt sagen kann…

Realitiv in der Nähe des Ortes Finsterwalde  in Lichterfeld-Schacksdorf unternehmen wir einen Ausflug zum „Besucherbergwerk F60“ und  bestaunen und erklimmen dieses Freilichtmuseum. Gleich neben dem künstlich angelegten Bergheidersee haben wir einen sehr ruhigen Platz für die Nacht.

Von dort geht’s nach Magdeburg.  Hier hatte Michas Mutter damals vor dem 2. Weltkrieg gelebt. Die Stadt an der Elbe mit dem Dom und anderen interessanten Bauwerken ist wirklich sehr sehenswert. Der 500 Jahre alte Dom ist schön hell innen und das Hundertwasser Haus Projekt „Die grüne Zitadelle“ etwas ganz besonderes. Das ist mal ein tolles kreatives Wohnhaus mit Wohnungen ganz nach unserem Geschmack.

Als besondere Überraschung treffen wir hier Jutta und Mario  und genießen eine nette gemeinsame Zeit mit viel gegenseitigem Austausch und gutem Essen. Allerbesten Dank nochmal dafür. Unsere beiden Berliner Weltentourer sind ja schon viel länger und wirklich dauerhaft in ihrem Wohnmobil unterwegs. Hut ab davor. Es war schön mit euch.

Nun spüren wir schon merklich den herannahenden Herbst. Es ist morgens und abends  ziemlich frisch, tagsüber im Sonnenschein können wir noch mit dünnem Pullover sein, aber das wird sich  bald ändern. Schneller als uns lieb ist.

Unser Vorhaben zum Überwintern nach Portugal zu fahren, überdachten wir sehr kritisch mit dem Ergebnis, dass es womöglich doch zu riskant sein könnte, Corona bedingt. So beschliessen wir also dieses Jahr nicht mehr so weit weg zu fahren.

Da ich aber nicht schon wieder die ganze Zeit stricken und häkeln wollte, habe ich mich spontan in einer Kita als Erzieherin beworben. Und ich bin genommen worden. So werde ich nun vom 1. Oktober bis Ende Dezember in Siegburg Vollzeit arbeiten.

Micha wollte nach seinem freiwilligen Praktikum bei der Bahnhofs Mission in Bonn gerne doch noch einmal als Flüchtlingshelfer fungieren. Er fliegt daher nach Bosnien und wird in den knapp drei Monaten dort vielen Flüchtlingen helfen. Was er dort tun wird,  berichtet er im nächsten Blog; auch wenn dies diesmal keine Reise mit dem TrauMobil ist.

Das aber steht brav vor dem Haus  am Straßenrand und wartet auf unsere nächste Reise. Solange  darf es sich ausruhen und pausieren. Hoffentlich nicht zu lange…

Herzliche Grüße von

SuMi und dem TrauMobil

 

 

 

6 Antworten auf „Erstens kommt’s anders und Zweitens, als man denkt.“

  1. : Hallo Susanne und Micha,
    vielen Dank für euren ausführlichn Bericht. Lasst euch nicht entmutigen, irgendwann klappt es wieder mit dem Reisen und ich finde es sehr bewundernswert wie und wo ihr euch engagiert – Hut ab!
    Bleibt gesund Ingrid

    1. Hallo liebe Ingrid.
      Danke für deine guten Wünsche. Wir geben uns Mühe … mit dem Gesundbleiben. Und wir verzagen nicht, sicher gehts irgendwann wieder weiter. Das Reisen ist sehr schön, aber auch nicht das Allerwichtigste im Leben. Also abwarten, wie es weiter geht… Beste Grüße von SuMi

  2. Hallo ihr zwei,
    Wir verfolgen eure Touren immer mit Spannung und freuen uns über die Berichte. Leider macht uns Corona alle sehr zu Schaffen. Auch wir mussten dieses und voraussichtlich noch nächstes Jahr Touren machen die so nicht geplant waren. Wir hoffen das Ihr trotzdem an den Reisen eure Freude habt und wir uns mal wieder über den Weg laufen.

    Gruß Birgitt und Bernd

    1. Hallo Ihr Beiden.
      Allerbeste Grüße an Euch und Danke für Eure Rückmeldung. Passt auch gut auf Euch auf und bleibt vor allem gesund. Sicher schaffen wir es irgendwann einmal, uns wieder zu sehen… das muss ja nicht am „Una-Kamp“ in Bosnien sein (auch wenn Micha jetzt für eine Weile dorthin fährt…)
      Schöne Grüße aus NRW von SuMi

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