Mein Sommer-Arbeitseinsatz (Oma-Job)

Wieder einmal sind wir in Troisdorf.  Diesmal ist es freiwillig, nicht wegen Corona oder wegen anderer Hindernisse oder Krankheiten.  Es ist diesmal ein freiwilliger Arbeitseinsatz von mir; teilweise mit dem Arbeitsplatz in Troisdorf und dann in Düren. Und es ist fast so, wie ich es kenne, aus meinem erlernten Beruf (Erzieherin).

Aber nein, ich bin nicht in einer Kita beschäftigt.  Sondern bei uns zu Hause und danach in Düren. Denn, ich bin eine Oma; die Oma Nanni!

Da der Umzug unserer Tochter Silja und ihrer Familie von Köln nach Düren immer weiter verschoben wurde und statt im Mai,  dann Juli, schließlich angeblich im August stattfinden sollte,  versprach ich ihnen zu helfen, indem ich die beiden Enkeljungs übernehme, damit sich die Eltern um das Streichen und Tapezieren, Packen, den Umzug und ihre Jobs kümmern könnten. Aufgrund von Corona ist es eh gerade nicht so angebracht in die Ferne zu reisen…

So war der Plan. Das Planen jedoch kann man dieses Jahr wohl eher vergessen. Denn  laut neustem Stand wird der Umzug in die neue Eigentumswohnung wegen weiterer Verzögerungen erst im Oktober stattfinden. Aber die Kölner Wohnung ist bereits weiter vermietet. Da müssen sie also raus.

Nach vielen Überlegungen,  Telefonaten, etlichen Gesprächen und Anfragen bei was weiß ich wem alles, stehen wir nun auf einem Hof-Grundstück, dem Pferdehof  von Kathrein zumindest eine ganze Weile. Wir, das ist unsere Tochter samt Familie und ich. Sie in ihrem Wohnwagen mit den bunten Prilblumen, ich mit unserem TrauMobil. Wir stehen gegen eine geringe Pauschalgebühr pro Monat nebeneinander auf einem extra für uns abgetrennten Teil der Koppel. Wir dürfen bei Kathrein duschen, wenn wir nicht in der großen Hitze uns mit dem Schlauch abspritzen. In einer geschlossenen Scheune dürfen auch die Möbel und Kisten bis zum richtigen Einzug „geparkt“ werden. Das ist schon besonders praktisch. Auch wenn wir hin und wieder Besuch von Mäusen haben…

Doch vorerst (bis zum „Hofumzug“) sind die beiden Jungs (4 und 6 Jahre) bei Oma Nanni und Opa Micha in Troisdorf und machen dort Urlaub. So haben die Eltern Zeit zum Packen und Umziehen auf den Hof. Dank vieler fleißiger Helfer klappt das gut.

Micha absolviert allerdings im August innerhalb der Woche (Mo-Fr) ein freiwilliges Praktikum bei der Bahnhofs Mission in Bonn und kommt dann jeweils zum Abendessen zurück. So beschäftige in der Hauptsache ich die temperamentvollen Enkelsöhne.

Micha, müde im Arbeitsdress

Die Beiden fordern mich,  ihre Oma ganz schön und Abends bin ich zugegebenerweise ziemlich platt. Natürlich können sie sich auch teilweise mit meinen alten Matchboxautos, der Holz-Eisenbahn und ihren mitgebrachten Legomotorrädern selbst beschäftigen, aber bei der derzeitigen Hitze stehen natürlich auch ein paar besondere Aktionen auf dem Programm.

Zum Abkühlen bei dieser Hitze könnte man den ganzen Tag unter der Dusche stehen bleiben, was natürlich nicht geht. Aber der Besuch im schattigen Wildpark an der Burg Wissem in Troisdorf oder ein Ausflug an den Rotter See in Sieglar,  fast gleich um die Ecke, ein Besuch bei ihrer Uroma in Sankt Augustin gefällt ihnen genauso gut, wie das Baden mit buntem Blubberschaum oder dem „Vulkangeblubber“.  Nach der Hitze und dem Staub vom Spielplatz hat unsere Badewanne gerade Hochsaison, wie ebenso unsere Waschmaschine.

Und dann fahre ich mit ihnen nach Düren, weil der 6 jährige Enkel Jannick dort eingeschult wird.  Welch tolles Ereignis für ihn und die ganze Familie.  Auch wenn wir Großeltern wegen Corona leider nicht mit zur Einschulungsfeier dürfen, danach treffen wir uns alle, gratulieren dem Schulkind und gehen alle zusammen und auch mit den anderen Großeltern essen. Ab nun gehört es u.a. zu meinen Aufgaben den Großen zur Schule zu bringen und abzuholen.

Und ein paar Tage später begleite ich den jüngeren Joshua zur Eingewöhnungszeit in seine neue Kita.  Diesmal bin ich auf der „anderen“ Seite; einmal nicht als Erzieherin,  sondern als Bezugsperson, wie die anderen Eltern.

Danach ist Kochen, abwaschen, Wäsche waschen (am WE in Troisdorf),  spielen, helfen bei den Hausaufgaben und die vielseitige Beschäftigung der Kinder angesagt, oder auch mal die abendliche Zubettgeh-Zeremonie, bis die Eltern von ihrer Arbeit aus Köln kommen.

Im Freizeit- Park „Bubenheimer Spieleland“, mit dem Rad knapp 15 Minuten entfernt, toben wir uns aus und die Jungs und ich haben bei den vielen tollen Attraktionen unseren Spaß.

Mit Joshua zusammen erleben wir (Micha und ich) an einem Samstag eine von uns an ihn geschenkte Geburtstagsüberraschung, nämlich einen Ausflug in den Greifvogelpark Hellenthal in der Eifel. Dort verbringen wir eine schöne und erlebnisreiche Zeit; auch als es plötzlich wieder einmal heftig regnet und wir bald alle drei klitschnass sind.

An den Wochenenden hab ich frei. Dann fahr ich zu meinem Schatz Micha,  der in Troisdorf auf mich wartet. Dann gehen wir z.B. ins Bonner Stummfilm-Sommerkino, das diesmal auch ganz anders gestaltet ist, als die vielen Jahre zuvor. Wir treffen Verwandte, Bekannte und Freunde und Montags bin ich dann wieder in unserem TrauMobil in Düren.

An einigen Tagen und vor allem Nächten gibt es heftige Gewitter mit sehr lang anhaltenen Blitzen und Donner. Eine Nacht aber ist tatsächlich so ein starker Sturm,  dass ich dann doch noch kurz nach 2 Uhr im Nachtdress in die Nässe hinausgehe, um die schwer gefährlich wackelnde Markise einzudrehen. Zum Glück kommt Manu auch raus und hilft mir. Puh, das war knapp, fast wäre unsere Markise davon geflogen. Beide gehen wir dann klitschnass in unsere „Camping-Häuser“ und versuchen die restlichen wenigen Stunden, die uns bleiben zu schlafen. Ich liege noch bis 4 Uhr wach und höre dem Gewitter, dem prasselnden Regen zu und die vielen Blitze sind so hell, dass sie durch die Abdunkelung leuchten. Am frühen Morgen sind wir Erwachsenen sehr gerädert.

Sonnentage gibt’s aber zum Glück immer wieder genug.

So ungefähr wird das nun bis Anfang September laufen, bis sich eine gewisse Routine bei den Eltern und Kindern einspielt, bis Joshua sich in der Kita eingewöhnt hat und alles irgendwie gut klappt; und vielleicht sogar hoffentlich der Umzug etwas früher stattfinden kann. Das wäre wünschenswert.

Und was dann weiter passiert und ob wir wieder reisen können? Naja, wir warten es einfach ab. Denn wie oben schon erwähnt, planen geht grad nicht so gut.

Bis bald dann wieder.

Beste Grüße aus Düren

von Su (sanne) im TrauMobil

 

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