Unsere letzten Kurztrips in Ungarn

Nach der Verabschiedung am Flughafen in Budapest machen wir uns wieder zu zweit mit unserem TrauMobil auf den Weg,  um noch ein paar Orte von Ungarn zu sehen.

In Visegrad, einer Stadt,  ca. 40 km nördlich von Budapest erklimmen wir die um 1247 entstandene Burg.  Sie steht auf einem 247 m hohen Bergkegel am Donauknie. Von oben haben wir wirklich eine weite und schöne Sicht auf die Donaukurve und das Land drum herum. In einem Raum innerhalb der Burg sind Wachsfiguren ausgestellt, die ein großes Gelage, sowie ein Tanzfest darstellen. Abgerundet ist dies mit einem echten Minnesänger, dessen Klänge und Gesang weithin in der Burganlage zu hören ist.

In der Nähe auf einem kostenlosen Parkplatz,  am Rande eines schönen in der Wiese gelegenen Spielplatzes und bei einem Wildgehege nächtigen wir. Es ist sogar ein kleines Haus mit WC und Wasser vorhanden. Das Pärchen aus Eisenach, ebenso wie wir schon eine Weile mit ihrem VW-Camper  unterwegs, findet den Platz auch schön und so stehen wir nicht alleine und haben für eine Weile noch nette Gespräche.

Im großen Bogen geht’s weiter nach Hollokö (deutsch „Rabenstein“). Dieser Ort bekam seinen Namen,  da laut einer Legende die Raben in der Nacht alles davontrugen, was die Menschen tagsüber bauten. Schon am Ortseingang steht ein großer gusseiserner Rabe auf einem Stein. Das alte Dorf selbst gehört seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es gibt in der Altstadt zahlreiche Museen der traditionellen Handwerksberufe und viele kleine Läden für die Touristen mit den handgefertigten Dingen,  wie Lederwaren, Töpferwerke, geflochtene Körbe und Reisigbesen, eine Bäckerei und einige Restaurants. Oberhalb des Dorfes, welches 1909 völlig abbrannte, aber exakt wieder so aufgebaut wurde, steht eine Burgruine aus dem 15. Jh.  Die haben wir nicht besucht, wir wollen uns ja nicht immer und alle Burgen anschauen.

Der große Parkplatz am Tourist Info-Center muss per Parkscheinautomat von 9:00-16:00 Uhr bezahlt werden.  Da  haben wir Glück und können erneut eine ruhige und kostenfreie Nacht verbringen.  Gleich hinter uns ist ein Friedhof, dessen Kerzen ein wenig leuchten und neben der Tourist Info ist ein super sauberes Sanitär Gebäude,  das sogar die ganze Nacht offen ist. Optimal für uns.

Da unsere Zeit mittlerweile etwas begrenzt ist,  schaffen wir es nicht mehr, all unsere „to-see“ Pläne umzusetzen. Aber vielleicht sind wir ja irgendwann noch mal in Ungarn…

Zurück über die große Donaubrücke „Megyeri hid“ fahren wir erneut durch Szentendre. Diesmal beschließen wir,  einen Stopp einzulegen.  In der Altstadt mit dem schönen Marktplatz und den barocken Häusern gibt es jede Menge Kirchen, die aber leider gerade alle geschlossen sind.

Dafür haben zwei für uns besondere Museen geöffnet.

Das Retro Museum lockt uns an und führt uns in eine kleine Zeitreise- zurück in die 70er Jahre. Alte Autos,  Motorräder,  Spielsachen, Zeitschriften und typische Möbel aus dieser Zeit,  in der wir Teenager waren,  sind in diesem eher recht kleinen Museum untergebracht und teilweise darf man sogar darin und darauf sitzen. Wir entdecken auch den kleinen weißen Bruder von unserem Bambino.

Ein paar Strassen weiter im anderen Museum läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Nie war Michael Jackson (und Lady Di) so süß- denn sie sind komplett aus Marzipan. So wie alles hier. Gut, dass es hinter Glasvitrinen und bei erforderlicher Temperatur aufbewahrt wird, wer weiß, vielleicht hätte ich sonst hier und da einmal dran genascht. Manches sieht aber auch wirklich echt aus und wir bewundern die kreativen Werke aus Marzipan.

Unser Weg  zurück zum Parkplatz führt an der schönen Donaupromenade, aber zum Glück unter schattigen Bäumen entlang. Es ist inzwischen wieder so heiß, dass wir uns stets nach erfrischenden Getränken und einer kühlen Dusche sehnen.

Die haben wir dann auch, als wir erneut eine Nacht auf dem schönen Campingplatz in Budapest verbringen.

Nach einem kurzen Stopp in Balatonvilagos, am gleichnamigen See, der leider doch etwas zu weit entfernt unterhalb des Dorfes liegt,  kommen wir wieder in eine uns bekannte Gegend.

Wir müssen und wollen ja noch unseren Bambino in Ujireg abholen und diesmal auch Lorena und Frank bei ihrem Ferienhaus die Ehre erweisen. Sie machen inzwischen hier Urlaub und haben unseren Kleinen gut bewacht.

Ein fröhliches Wiedersehen und eine schöne Zeit verbunden mit leckerem Essen,  netten Gesprächen, einem spassigen (und lustig-aggressivem) Spiel (Phase 10), sowie dem bislang erfolglosen Versuch, dass Micha mal ein Bierchen trinkt, rundet unseren kurzen Besuch ab. Wir sind teilweise zu sechst, denn die Nachbarn von gegenüber Doris und Uwe (aus Brühl und gleichzeitig Franks Schwester) gesellen sich zu uns, oder wir eher zu ihnen. Auch Sandor schaut noch mal am Abend für ein Bier vorbei.

Mit herzlicher Verabschiedung und einer Dose Bier „zum Üben“ für Micha verlassen wir nun wieder zu viert Ujireg. (TrauMobil,  Bambino, Micha und ich.)

Der Bambino wurde netterweise vom ungarischen Nachbarn Attila repariert und mit einer nagelneuen Batterie bestückt. Nun fährt er wieder ohne Probleme.  Welch toller günstiger Service.

Ein letzter Stopp an Pannonhalmas Berg. Auf dem „Györszentmarton“ (dem Martinsberg) erhebt sich das gleichnamige Benediktinerkloster. Es gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO und stammt aus dem Jahr 996.

Von weitem sieht es wirklich imposant aus. Als wir drin sind, finden wir es aber nicht mehr so überwältigend. Die Kirche ist sehr dunkel und die Mönchsräume, sowie der Innenhof dürfen nicht betreten werden; lediglich die alte Bibliothek mit Schriften aus dem 11. Jh und teilweise aus dem Jahr 1001 ist für uns sehenswert. Heute leben nur noch 38 Mönche in diesem Kloster. Wir sind etwas enttäuscht, vielleicht hatten wir mehr erwartet.

Es ist sehr schwül geworden, ein Gewitter liegt in der Luft und wir spüren die Anstrengung, die es mit sich bringt, da wir ja nun beide wieder je ein Auto fahren müssen.

Bis zur Grenze nach Österreich schaffen wir es noch und gelangen auch diesmal ohne Kontrolle oder Probleme hinüber.

Abschließend zu Ungarn möchte ich noch sagen- ganz gleich, wie die politische Situation dort ist, – die Menschen, denen wir begegneten und mit denen wir zu tun hatten, waren allesamt herzlich und freundlich und wir fühlten uns als Gäste in diesem Land willkommen. Das Land selbst ist von seiner Natur her sehr grün- in allen Tönen, es gibt unzählige frische und grüne Wälder, in fast jedem Ort schön angelegte Parks mit herrlichen Blumen,  einige kleine Seen, es ist überall sauber und auch die Landstraßen oder kleineren Straßen sind durchaus gut fahrbar und passierbar.

Mit ungarischem Paprikapulver im Gepäck geht’s nun jeweils für eine Nacht über Wien ( mit Gewitter) und Linz an der Donau zurück nach Troisdorf.

Warum dorthin schon wieder in diesem Jahr, erfahrt ihr spätestens im nächsten Blog.

Bis dann  eure SuMi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.