Richtung Norden und an der Küste entlang

Wir schlängeln uns wirklich relativ lange an Spaniens Küste entlang, obwohl wir von anderen Campern hörten, wie schön es auch im Landesinneren sei. Das haben wir teilweise ja auch gemerkt und festgestellt (siehe Cordoba im letzten Blog…). Diesmal gibt es jedoch ein kleines Ziel, welches an der Küste liegt und das wir bis Mitte März erreichen möchten: Barcelona. Denn dorthin verreist für ein paar Tage unsere Tochter Jelka mit ihrem Freund und wir treffen sie dann dort…

Doch jetzt berichten wir zunächst von unseren Erlebnissen nachdem wir Andalusien verlassen haben. Wir sind nämlich doch ein wenig ins Landesinnere gefahren, um die große Universitätsstadt Murcia kennenzulernen. Insbesondere studieren hier junge Menschen aus vielen europäischen Ländern Zahnmedizin, Zahntechniker, Zahnarzt und alles was mit Zähnen zu tun hat – so erzählt uns zumindest Sarah, die wir im Café kennenlernen und die Zahnmedizin- Studentin aus Deutschland ist. Auf unsere Frage, warum sie hier studiert, antwortet sie fröhlich lachend, na weil‘s hier einfach wärmer ist. Obwohl wir das gerade gar nicht finden, denn in Murcia weht ein frischer Wind. Das hält uns jedoch nicht ab, die Sehenswürdigkeiten aufzusuchen und zu betrachten.

Da ist das „Casino“, in das wir uns zuerst gar nicht hinein trauen, mit unserem Outfit; doch dann sehen wir andere Touristen und schließen uns ihnen an – und sind überwältigt. Nicht nur der Eingangsbereich im arabischen Stil mit orientalischem Stuckwerk und goldverzierten Wänden, sowie bunten Fenstern, sondern der ganze innere und äußere Bau ist grandios. In den Sälen hängen protzige Kristallleuchter, unter denen man sich mickrig vorkommt.

Überall sehen wir herrliche Gemälde und in einem Raum, einem ehemaligen Damen-Ankleideraum mit besonderer Wand- und Deckenmalerei haben wir das Gefühl beobachtet zu werden, obwohl wir gerade alleine im Raum sind: Die Augen des Gemäldes verfolgen uns, egal wie wir uns drehen und wo wir stehen. Welch wunderbare und beeindruckende Art zu malen. Über uns scheint der blaue Himmel durch die verglasten Gewölbedecken hindurch. Im blauen Saal oder im Mittelgang sehen wir solche lichtdurchflutende Fenstergewölbe. In einem nur für Mitglieder zugänglichem Raum stehen Billiard – Tische und das gläserne Restaurant sieht sehr teuer aus. Das Casino, ein Clubhaus aus dem Jahr 1847, prägt das Bild der zentralen Straße „Traperia“ und die Fassade lockt nicht nur uns zum Stehenbleiben und dem Besichtigen. Der maurische Innenhof wurde nach dem Vorbild der Alhambra (bei Granada) gestaltet.

Gleich hinter dem Casino in der Straße steht der „bunte Bischofspalast“, den wir eher rot statt bunt aussehend finden und der wegen Siesta gerade geschlossen ist. Ein Großteil der Altstadt ist als Fußgängerzone ausgewiesen, was uns dazu einlädt, die Mittagspause durch die beiden Straßen „Traperia“ und „Plateria“ zu flanieren. Der Name Traperia leitet sich vom Wort „trapos“ = Kleidung ab, Plateria geht auf „plata“= Silber zurück, da diese Straße in der Geschichte Murcias für die jüdische Bevölkerung Haupthandelsort von Rohstoffen war.

Später kehren wir zurück zum großen Platz der Kathedrale, welche Elemente aus verschiedenen Jahrhunderten aufweist. Der Bau begann 1394 und sein vollständiges Ende war erst 1754 – mit der Hauptfassade, die als ein Meisterwerk des spanischen Barocks angesehen wird.

Sonnenuntergang am Stellplatz von Ikea

An den verschiedenen Tagen fahren wir jeweils von unserem Stellplatz (in der Nähe von IKEA- ein extra Platz für ca. 50 Wohnmobile) mit der Tram in die Innenstadt, um dort weitere Gebäude zu betrachten, einzukaufen, und unsere mitgenommenen (aussortierten, weil wir viel zu viel haben) Kleidungen einigen Bettlern zu schenken. Diese sind jeweils dankbar dafür. Uns fällt auf, dass wir an den Küstenorten keine Bettler gesehen haben – vermutlich verbieten die Stadträte es ihnen, damit die Touristen nicht belästigt werden.

Hier sitzen an fast jeder windgeschützten Ecke arme Menschen, Obdachlose, Kranke und Alte. Leider schaffen wir es hier auch nicht, andere Spanier näher kennenzulernen. Die Stadt ist zu groß und hat zu viele eilige mit sich selbst und/oder ihrem Handy beschäftigte Menschen. Im Café teilt man uns eher wortlos den Kuchen, Tee und Espresso aus, denn sicherlich macht es der Bedienung mehr Freude mit Einheimischen zu plaudern. Verständlich, denn unser spanisch lässt ja immer noch zu wünschen übrig. Da hilft auch der Handy-Übersetzer nicht weiter.

In einer kleinen Gasse entdecken wir eine gelb gestrichene Kirche, gehen hinein und erleben gerade noch die Abschlusszeremonie eines spanischen Gottesdienstes. Ja, wir wissen, es ist unser eigenes Problem, dass wir nichts verstanden haben. Beim Zurückgehen in die Straße stellen wir fest, dass wir die Kirche von der anderen Seite herkommend gar nicht entdeckt hätten, zumal sie direkt an Hochhäuser grenzt.

Murcia hat nette Parks und kleine gepflegte Gärten, doch der kalte Wind zwingt uns, nicht zu lange auf der Parkbank zu verweilen und zurück zu gehen. Als wir am Fluss Rio Segura entlang gehen, sehe ich einen riesigen Fisch darin. Von weitem sieht er echt aus, aber es ist bei näherem Betrachten eine Skulptur „El Entierro de la Sardina“. Später erfahre ich, dass diese Sardinen Skulptur eine Hommage an das „Begräbnis/Beerdigung der Sardine“ ist. So nennt man eines der wichtigsten Festivals in Murcia (nach Ostern). Und der Fisch dient auch dazu den Wasserstand des Segura Flusses zu sehen.

Von unserem Stellplatz aus haben wir den Blick durch die Häuser hindurch zum Berg, auf der eine große Christus Statue steht. Laut Internet steht sie ähnlich wie in Rio de Janeiro auf dem Berg weit sichtbar. Da fahren wir hin. Zu Fuß erklimmen wir den Berg „Monteagudo“, so weit wie es möglich ist. Bis ganz hoch zur Statue darf man nicht. Unter den ausgebreiteten Armen Christus bietet sich uns eine herrliche Aussicht auf die gesamte Stadt Murcia und Umgebung. Gegenüber können wir die Ruinen des „Castillejos de Monteagudo“ (eine alte Festung) sehen. Der Berg ist nicht so groß, so umrunden wir ihn halb entlang des Weges, bis zu unserem am Fuße des Berges parkenden TrauMobil.

Nun geht’s vorbei an Orangen- und diesmal auch Zitronenbäumen, zurück ans Mittelmeer in die Nähe von Alicante.

Hier bei den Orten Maitino, Jubalcoi und Elche sind viele kleine Salzseen und ebenso viele Salzberge. Wir fahren einmal so dicht zwischen zwei Seen hindurch, dass wir förmlich das Salz schmecken können.

In einem kleinen Vorort von Alicante (El Palmeral) stehen wir schließlich an einem Strandplatz. Vor uns das Meer, hinter uns die Schnellbahn, die mehrmals täglich und auch nachts von und nach Alicante braust. Der Platz ist zwar ganz nett, aber dann doch zu laut und der Besuch per Bus in Alicante hat sich auch nicht richtig gelohnt. Wir finden Alicante hässlich. Zugebaut mit Hochhäusern und Wolkenkratzer-Hotels – womöglich in erster Linie für die Sommer-Touristen. Lediglich die Burg- und Festungsanlage „Castell de la Santa Barbara“, die durch einen langen Tunnel zu erreichen ist und uns von oben nette Aussichten zum Meer sehen lässt (auf die Stadt mit den Häusern zu schauen ist weniger schön) ist lohnenswert. Beim Bummel durch die Altstadt stoße ich dann doch auf eine lustige Straße, in der überdimensionale „Fliegenpilze“ mit ebenso großen Tierfiguren aufgestellt sind. Das sieht aus wie eine Kinderstraße.

Schade, dass man schöne alte Häuser durch den Bau von neuen Hochhäusern eingeengt hat. Alicante gehört definitiv nicht zu unseren Favoriten.

Auf dem Weg Richtung Norden vorbei an Benidorm, rufe ich plötzlich: „Halt an, bitte halt an bei der nächsten Gelegenheit.“ Nicht wissend warum, hält Michael am nächstmöglichen Parkplatz der „Clinic Dentiste“ und wir gehen zurück entlang der verkehrsreichen Straße, dorthin, wo ich etwas habe glitzern sehen. Dort finden wir völlig versteckt und ohne jegliche Hinweise oder Schilder eine kleine wunderschöne Holzkirche. Wie sich herausstellt ist es eine russisch orthodoxe Kirche: „Iglesia ortodoxa Rusa Del Arcangel San Miguel“ aus dem Jahr 2002. Also noch recht neu und im Glanz der Sonne eine Augenweide. Ich habe von weitem das typische Zwiebeldach durch die Bäume glitzern gesehen.

Umgeben von einem kleinen Park mit Wassergraben und Blumen wirkt es wie eine Oase. Im Inneren stehen keine Stühle oder Bänke, wie wir es aus anderen Kirchen kennen. Nur für Alte und Schwache gibt es wenige Sitzbänke an den Wänden. Der Großteil der Gemeinde steht während der Liturgie. Orthodoxe Kirchen haben keine Orgeln; die menschliche Stimme wird als einzig zulässiges Instrument betrachtet, um Gott Lobpreis darzubringen.

Die Gestaltung der Bilder und Ikonen unterliegt traditionell strengen Regeln und das Verbergen des Allerheiligsten hinter der Ikonostase (mit Ikonen geschmückte Bilderwand mit Türen) steht dafür, dass Gott ohne Vermittlung durch Christus unerreichbar ist. Das war ein lohnenswerter Abstecher, bevor wir über Altea den Ort Gandia und schließlich den Stellplatz in Daimús erreichen.

Von hier radeln wir zum Strand, oder an einem Tag den längeren Radweg zum Ort Gandia, mit dem ausgetrockneten Flussbett und den vielen Brücken, die darüber führen.

Mit einem vom Stellplatz-Inhaber gemieteten PKW fahren wir an zwei Tagen nach Valencia. Diese Stadt gefällt mir sehr. Per Google habe ich uns jeweils eine Route zusammengestellt und so befinden wir uns zunächst in der Zukunft. Nein, natürlich leben wir noch im Hier und Jetzt, aber die Baustile der verschiedenen Museen und Gebäude hier sehen tatsächlich sehr futuristisch aus. Schon von weitem erkennen wir in dieser katalanischen Stadt die Schrägseilbrücke „El Puente de l’Assut de l’Or“, deren 125 Meter hoher Pfeiler den höchsten Punkt der Stadt bildet.

Direkt daneben befindet sich das größte Aquarium Europas „L’Oceanogràfic“. Wir sind als Vegetarier keine Freunde von eingesperrten Tieren im Zoo oder in Aquarien; dennoch holen wir diesmal ein Ticket – und bereuen es nicht. Bis auf die Wale und Walrosse haben die anderen Tiere unserer Meinung nach ausreichend Platz und vor allem sehen die Becken und die gesamte Anlage sehr gepflegt aus. Beeindruckend ist nicht nur die Architektur, in denen die aus verschiedenen Gewässern wie Karibik, Atlantik usw. Meerestiere untergebracht sind, bzw. schwimmen, sondern einige für uns seltene Tierarten aus der Tiefe der Weltmeere betrachten wir staunend und ehrfürchtig. Wenn wir in der Nordsee schwimmen, mögen wir die dort lebenden Quallen nicht so sehr; hier aber schauen wir zu ihnen faszinierend ob ihrer anmutigen Schönheit und ihrer fast schwebenden Fortbewegung. Ebenso leuchtende Anemonen und viele kleine, bunte schillernde Fische lassen uns dann doch lange im großen Aquarium-Park verweilen.

Der Besuch im nebenstehenden „Museo de las Ciencas Principe Felipe“ – ein Naturwissenschaftliches Mitmach- und Experimentiermuseum hingegen reißt uns nicht vom Hocker. Im Gegenteil – auf ebensolchem muss Michael plötzlich wegen eines schlimmen Achalasie Krampfes sitzen, bis ich ihm eilig kaltes Wasser geholt habe. So brauchen wir uns nicht zu schämen, wenn wir oftmals – wie auch hier zum halben oder ermäßigten Preis Einlass bekommen. „Dank“ Michaels Ausweis ist das möglich – auch wenn seine Schmerzen tatsächlich nicht dankenswert sind!

Im IMAX-Kino „L’Hemisfèric“ dessen Gebäude sich konstruiert wie ein sich öffnendes und schließendes Auge, sehen wir einen Rundum Film à la Planetarium – leider in spanischer Sprache, weil der Kopfhörer mit englischer Sprache nicht funktioniert.

Inmitten dieser Stadt der Künste und der Wissenschaften mit den anderen Gebäuden in ähnlichem Stil, wie das Opernhaus hinter dem Kino und „L’Agora“ – ein Veranstaltungshaus in dem Konzerte und Ausstellungen stattfinden, floss vor langer Zeit ein Fluss.

Der Rio Turia überschwemmte die Stadt jedoch einige Male so sehr, dass man ihn umquartierte und er nun außerhalb – um die Stadt Valencia herum fließt. Das leere Flussbett blieb sehr lange ungenutzt, bis die Stadtältesten berieten, hierin eine Freizeit-, Sport- und Parkanlage anzubieten. Und das sieht nun wunderschön aus.

So flanieren wir durch das trocken gelegte Flussbett, bei dem an allen Brücken nun Treppen und Wege nach oben führen und die Straßen von verschiedenen Türmen gesäumt sind. Einige davon sehen wir von Ferne, andere besichtigen wir. Den „Torres de Serranos“ steigen wir bis zum Gipfel und haben von dort die Aussicht auf den Fluss-Park und die Altstadt.

Das Besichtigen der Kathedrale von Innen lassen wir diesmal aus, die 8€ Eintritt dafür nutzen wir lieber für andere Besichtigungen; stattdessen steigen wir auch hier den hohen Glockenturm hinauf. Wie fast alle anderen Kathedralen in den großen Städten von Spanien, ist auch diese auf dem Grundstück einer ehemaligen Moschee erbaut, einige kleinere Türme zeugen noch von dieser Zeit. Von hier oben im herrlich warmen Sonnenschein haben wir zum Einen eine tolle Sicht auf die Stadt, zum Anderen hören wir leider auch bis hier oben hin das Gegröle der Fußballfans, die heute wegen eines Spiels überall in Parks, auf Plätzen wie den der Kathedrale, in Bars und Cafés, mit Fahnen, Schals und Fußball-Shirts teils betrunken und unangenehm auffallend herum stehen, sitzen oder liegen. Die Polizei ist vor Ort und hat an allen Ecken bis in die Abendstunden viel zu tun; auch die Ambulanz sehen wir oft herum fahren und einige Male mit Blaulicht vor einer Bar stehen – womöglich wegen einer Keilerei oder zu viel Alkohol. Das ist nicht schön.

Schön hingegen sind die alten Markthallen von außen – innen riecht es uns meist zu viel nach Fisch…

Überall, so wie hier werden Paella-Pfannen angeboten…in allen Größen

Ebenso schön anzusehen ist das interessante Gebäude der Seidenbörse „Lonja de la Seda“. Im Säulensaal ragen sämtliche Säulen sehr hoch bis zur Decke und ein Schriftband rundherum an der Wand angebracht mit der Inschrift besagt, dass hier nur ehrwürdige und ehrliche Menschen verkehren und verweilen dürfen. Die prachtvolle Decke aus Ebenholz im großen Saal hing ursprünglich im Rathaus und wurde irgendwann hierhin in dem großen Saal angebracht.

Längst haben wir nicht alle wunderschönen alten und neuen Gebäude in Valencia gesehen und der Bummel durch die kleinen Gassen hätte von mir aus gerne noch weiter vertieft werden können; jedoch ist das Fahren selbst mit dem normalen Leihwagen durch die vierspurigen Kreisel für Michael (denn ich trau mich nicht!) so anstrengend und erfordert seine volle Konzentration, dass wir gemeinsam beschließen, keinen weiteren Tag hierhin zu fahren, denn mit dem Wohnmobil wäre es noch anstrengender.

Da die Sonne herrlich warm scheint, genießen wir noch ein paar Tage auf dem Stellplatz in Daimús in geselliger „Deutsch-Runde“. Neben uns stehen Wolfgang und Ellen. Er kommt aus Kruft bei Mayen-Koblenz und sie aus dem Westerwald. Wenn die beiden Rentner sich gegenseitig in Deutschland besuchen, fahren sie jeweils über die Neuwieder Brücke. Die Welt ist doch ein Dorf. Wolfgang und Ellen sind beide verwitwet und schon viele Jahre- jeder für sich mit Wohnmobilen unterwegs, so geben sie uns gerne hilfreiche Tipps und wir tauschen uns über Dies und Jenes aus. Zum Abschied schenkt mir Ellen ein paar selbst gestrickte Socken. Welch nette und liebevolle Geste, die hatte sie während unserer gemeinsamen Stellplatz-Zeit fertig gestrickt. Wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja irgendwo noch einmal. Ein paar Wohnmobile weiter stehen die beiden Inhaber des Womos mit dem Kennzeichen „NR“ für Neuwied-Rhein und sie kommen aus Waldbreitbach. Auch sie sind schon in vielen Ländern unterwegs gewesen und berichten uns von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Uns fällt auf, dass die meisten Deutschen hier sich „Siezen“ – ob es am Alter liegt oder an den klassischen „Winterflüchtlingen“? Wir finden das schade und merken spätestens jetzt, dass wir weiter und wieder auf einem „freien Platz“ stehen möchten.

Wie gut, dass Christina, die Masseurin aus Friedberg bei Bad Nauheim uns einen Platz reserviert hat. Christina, die wir bereits 2 x getroffen haben, fuhr mit ihrem kleinen Womo auch durch Portugal und nun durch Spanien und dort wo sie steht, findet sie stets Menschen, die sich gerne von ihr massieren lassen möchten. Sie bietet die Bowtech & therapeutische Massage an und verdient sich während ihrer Reise mit dieser mobilen Arbeit etwas Geld.

In Cullera, dem größten kostenfreien Stellplatz von Spanien stehen mehr als hundert Wohnmobile jeder Art: Bemalte, Kreative, Selbstgebaute, Normale, in Reih und Glied, wild durcheinander, in Kreisformation, kleine, große, riesige, aus Deutschland, Holland, Frankreich und wenige aus Spanien, auf Sand-Wiesenfläche, auf Schottersteinen, auf Betonplatten, direkt hinter der Düne am Meer mit feinem Sandstrand. Praktischerweise liegen an den noch geschlossenen Strandbar-Häuschen jede Menge Paletten, die man sich als Terrasse vor sein „Haus“ legen kann, um es noch schöner zu gestalten. Da stehen wir nun auch, inmitten der Vielen, doch es kommt uns gar nicht so voll vor. Nur von oben dem Berg  von Cullera mit der kleinen Burg, die man schon von weitem sehen kann, sieht man die Menge der Wohnmobile.

Wir wandern zu Fuß den Berg hinauf und entdecken auf der Straße liegend eine angefahrene Schlange. Es ist, wie wir später per Internet erfahren eine „Hufeisennatter“, die im normalen Zustand als aggressive Schlange bezeichnet wird und bis zu 1,50 m Länge erreicht. Diese hier lässt sich problemlos mit dem Stock hochheben, den Michael holt, um sie vorsichtig samt Stock zurück in die Natur, weg von der Straße abzulegen. Vielleicht überlebt sie es ja.

Die Burg ist schnell besichtigt. Sie wurde komplett renoviert und informativ sind die Fotos mit den Vorher- Nachher- Erklärungen der langjährigen Restauration. Die daneben befindliche kleine Burgkirche ist geöffnet und wir treten hinein und zünden eine Kerze an, denn in den meisten Kirchen hierzulande flackern nur die batteriebetriebenen Kerzen vor den Altären. Die Kirche macht einen freundlichen Eindruck mit ihren schönen, hellen Bildern.

Unser Abstieg auf der anderen Seite mit dem Wanderweg zeigt sich abwechslungsreich und bewegend, zumal hier viele Wegkreuze mit Bildern von Jesu Leidensweg zu betrachten sind. Als wir unten in der „alten“ Stadt angekommen sind, stellen wir fest, dass alle Häuser, die stufenförmig in den Berg gebaut sind, nur über Treppen und sehr schmale Gassen zu erreichen sind. Leider stehen die meisten davon zum Verkauf.

An einem warmen Tag gehen wir mit Christina zum Strand und sie und ich schwimmen im Meer. Es ist kalt, aber auch herrlich erfrischend und das erste Mal in diesem Jahr, dass ich im Meer schwimme…sicher nicht das letzte Mal.

In der Nähe unseres Platzes steht das Wohnmobil von Marion, der Sängerin mit ihrer Gitarre. Sie kommt seit einigen Jahren hierhin und singt an manchen Tagen auf einer Paletten-Bühne. An einem Abend sitzen wir im Kreis um ein gemütliches Feuer und sie singt für uns. Als ich tagsüber Gitarre spiele, kommt sie herüber und singt mit. Zum Abschluss schenkt sie uns eine ihrer CD’s. Auf ihrer Website erfahrt ihr mehr über Marion und ihre Lieder.

www.marionseibert.de

Der Schweizer Camper Peter, der schon seit Jahren alleine durch die südlichen Länder reist, ist nicht nur sehr mitteilungsbedürftig, er gibt uns wertvolle Tipps und nimmt uns netterweise eine schwere Last ab: Wir überlassen ihm unseren Reservereifen, der viel zu schwer in unserer Garage vor sich hin gammelt und unser TrauMobil nun dank seines Fehlens um einige Kilos erleichtert.

Dieser Stellplatz gefällt uns trotz seiner Größe. Morgens frühstücken wir auf „unserer Terrasse“ in der Sonne und genießen die Tage mit herrlichem Wetter. In dieser Zeit hat auch unser treues Gefährt endlich seinen Namen aufgemalt bekommen.

So grüßen wir ganz herzlich, bis zum nächsten Mal

SuMi und das TrauMobil.

5 Antworten auf „Richtung Norden und an der Küste entlang“

  1. Hallo Ihr Lieben,
    da wir uns ja nun schon öfters auf dieser Reise begegnet sind, habe ich die Berechtigung und allen Grund Euch so anzusprechen :-).
    Es ist wirklich eine Freude, aus Eurer Perspektive die Strecke von Andalusien bis Cullera noch einmal betrachten zu dürfen. Viele Orte, die ich nicht oder nur von aussen besichtigen konnte, werden dadurch auch für mich lebendig.
    Vielen Dank
    Eure „Masseurin“ Christina aus Bad Nauheim (mit Friedberger Autokennzeichen 😉 )

    1. Hallo Christina. Danke für dein Kommentar und vor allem die guten Stellplatz Tipps, die du uns auch weiterhin gibst. Dir auch weiterhin eine gute und angenehme Reise.
      LG Susanne und Michael

    2. Hallo Christina.
      Danke für dein Kommentar.
      Du warst auf unserer Reise eine Bereicherung und ein gern gesehener Frühstücks gast. Dir auch weiter eine gute Reise.
      SuMi

  2. Du bist das erste mal in diesem Jahr geschwommen?! Muss ich erst wieder kommen, damit wir das zusammen machen, wie letztes Jahr zu Weihnachten? 😛
    Ich freue mich auf euch in ein paar Tagen!
    Eure Jelka

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