Auf den Spuren des Jakobsweges

1. Einführung: Als Jakobsweg (spanisch: Camino de Santiago) wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das angebliche Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien zum Ziel haben. Von den Pyrenäen herab führt der Weg durch Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León.
Diese Route entstand bereits in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Viele andere kleine Orte folgten als Pilgerorte und bieten den Pilgern Stätten insbesondere für die Nacht an.  Viele Menschen pilgern wegen der einfachen Botschaft, dass Christus versöhnt und dass sein Wirken durch die Fürsprache des heiligen Jakobus den Menschen zuteilwerde.

2. Erklärung: Die Jakobsmuschel – diente ursprünglich als Nachweis, dass der Pilger die Reise tatsächlich absolviert hatte. Jetzt gibt es extra Ausweise und man sammelt Stempel bei jeder Pilgerstätte. Die Jakobsmuschel hat den praktischen Nutzen, dass der Pilger sie zum Wasserschöpfen verwenden kann. Für den Weg stellt sie eine Orientierungshilfe dar, deren Symbol man als Zeichen für den Jakobsweg findet.

Eigentlich ist es ja ein wenig geschummelt, denn wir wandern den Jakobsweg nicht selbst, sondern lassen uns mithilfe unseres TrauMobils zu den verschiedenen Stätten und Orten bringen.

Schon in Jaca fiel uns auf, dass die Jakobsmuschel auf einigen Wegen zu sehen war. Wir hoffen, dass die Pilger in der dortigen dunklen Kathedrale keine Depressionen bekommen und dennoch weiter wandern.

Ich jedenfalls bekomme Lust, mich ein wenig auf den Wegen und zu den verschiedenen Pilgerorten mit zu bewegen. So fahren wir gemeinsam nach Pamplona.


Hier durchschreiten wir einige Male den Pilgerweg durch die obere Altstadt. Man kann sie mit dem Aufzug von verschiedenen Stellen der unteren Stadtteile, sowohl auch zu Fuß, per Rad oder Auto steil bergauf erreichen. Pamplona, die Festungsstadt in der Region Navarra bietet mehr als den wirklich schönen Pilgerweg durch die Altstadt von der berühmten romanischen Brücke „Magdalena“ kommend. Ganz in der Nähe der Brücke befindet sich die Pilgerherberge „Paderborn“, die vom Freundesverein des Jakobsweges aus Paderborn geführt wird. Die deutsche Stadt ist Partnerstadt von Pamplona. Wir besuchen die Herberge und bieten unsere Hilfe an. Leider wird sie nicht mehr gebraucht. Die Volontäre sind gut organisiert und die Pilgerzeit geht sowieso dem Ende zu. Im Oktober haben bereits viele Herbergen schon geschlossen und nur noch wenige Pilger sind unterwegs.
Schade, so kann ich nur noch der netten aus Köln stammenden Volontärin beim Wäschefalten helfen. Später werden wir das mit unserer eigenen Wäsche im Waschsalon auch nochmal tun.

Pamplona hat viele grüne Zonen und Parks. Der älteste Park „Taconera“ (von 1850) wartet mit versteckten Statuen, Blumenarrangements und alten Bäumen sowie dem kleinen Café Vienes auf seine Besucher. Eine Besonderheit sind die in den Mauergräben lebenden Pfauen, Schwäne und anderes Federvieh.

Nicht weit davon erstrecken sich die 280.000 m² Wald- und Wiesenflächen der aneinander liegenden Parks „Vuelta del Castillo“ und „Park Zitadelle“. Letzterer wird von vielen Pamplonern als Freizeitpark benutzt. Wir radeln durch den Park und erreichen eine sogenannte „Pflichtstation für Pilger“, die Kirche „San Lorenzo“ mit ihrer berühmten „San-Fermin-Kapelle“ darin. Hier steht ein im 15. Jahrhundert angefertigter Reliquienschrein mit der Figur des Stadtheiligen. Als wir dem Muschelpfad weiter folgen kommen wir zum „Plaza del Castillo“. Dieser Platz, dessen Name „Burgplatz“ bedeutet, ist ein beliebter Treffpunkt der Einheimischen und oft finden hier Märkte statt. So auch an den Tagen, an denen wir hier sind. Es ist ein ökologischer Markt und etliche regionale und biologische Produkte werden an den verschiedenen Ständen angeboten. Klar, dass wir frisches Körnerbrot, Gemüse aus der Region sowie Bio – Marmelade erstehen. Den Namen hat der Platz von einer Burg, die im 14. Jahrhundert in der Nähe stand, aber im 16. Jahrhundert abgerissen wurde; jedoch wurde der Name des Platzes erhalten.
Apropos Markt – bei einem anderen Markt, „dem Fest der Kulturen“, welcher in der Nähe der Zitadelle stattfindet, sind wir nicht die einzigen Ausländer. Hier bieten Menschen aus Kuba, Chile, Bolivien, Ägypten, Russland, Senegal und anderen Ländern selbst zubereitete typische Gerichte oder andere Waren an. Wir kaufen eine Kanga (afrikanischer Tuchstoff), die ich irgendwann für unsere Sitze zurechtnähen werde.

Wunderschön anzusehen ist die Fassade des Rathauses, welche Skulpturen zu Themen der Gerechtigkeit, der Stärke, des Ruhmes und der Vernunft birgt. Was es allerdings mit der Vernunft der Spanier auf sich hat, das alljährlich stattfindende „Stierlaufen“ oder Stierrennen zu bejubeln und damit tausende Schaulustige anzulocken, ist uns schleierhaft. Durch die drei größten Straßen der Altstadt rennen viele Stiere hinter „mutigen“ oder eher lebensmüden Stierläufern – Männern, von denen einige manches Mal dabei zu Fall kommen und mit schwersten Verletzungen das Rennen beenden müssen. Überall ruft die Menge an den Schauplätzen „Viva San Fermin! Gora San Fermin!“ (Es lebe San Fermin) Ich finde es fraglich, ob der Heilige Fermin das Stierlaufen wirklich so toll fand. Zum Glück für uns finden die Läufe nur im Sommer statt. Dennoch gehen wir zum „Stierlauf-Denkmal“, bei welchem dem Bildhauer Rafael Huerta aus Bilbao es gut gelungen ist, die ganze Dynamik, Angst und Mut der Stierläufer und der Stiere in Bronze festzuhalten.

Der Pilgerweg führt uns durch kleine Gassen, vorbei an unzähligen Cafés und Bars und Pilgerläden mit allem, was Pilger für ihren Weg brauchen. In einer Apotheke wird mit folgendem Spruch geworben: „pilgrim, we can help you!“ Pilger, wir können dir helfen … vermutlich mit Blasenpflaster.
Solche können wir fast auch gebrauchen, nachdem wir die große und weitläufige „Kathedrale Santa Maria la Real de Pamplona“ besichtigt haben. Auch sie zählt zu den „Pflichtstationen“ der Pilger. Überall glänzt es vom Gold der heiligen Statuen und Reliquien. Die Kathedrale beinhaltet so viele Räume, die verschlungen und in Winkeln durch das ganze große komplexe Bauwerk sowie oben im Glockenturm zu finden sind, dass man sich verlaufen könnte. Und wir fragen uns, ob man nicht einige der großen leeren Säle z.B. für Obdachlose oder Flüchtlinge hätte verwenden können. Es würde zu viel werden, von allem Sehenswerten in Pamplona zu berichten. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch in dieser schönen Stadt und wir haben es genossen, ein paar Tage dort zu verweilen.

Wer glaubt, die Pyrenäen enden in Pamplona, liegt falsch. Auf dem Weg zum kleinen Pilgerort Markina-Xemein passieren wir wieder etliche gigantische Berge. Selbst dieser kleine Ort liegt eingeengt im Tal zwischen hohen Bergen. Die Herberge für die Pilger hat bereits geschlossen. Dennoch gehen wir den Pilgerweg vom alten Brunnen entlang zur „Iglesia de Xemein“, die leider auch geschlossen ist. Überhaupt wirkt dieser Ort relativ leer und wir sind die Einzigen, die den kleinen Fluss überqueren, um zur Einsiedler Kirche „Eremita de San Miguel de Arretxinaga“ zu gelangen. Hier wurde 1740 eine Art Gotteshaus um drei sehr große Felsbrocken erbaut und zwischen den Felsen steht die Figur des heiligen Sankt Michael, der gegen den Drachen des Bösen kämpfte; das sieht beeindruckend aus.

Wir verlassen den einsamen Pilgerort und erreichen bald danach die große Pilgerstätte Bilbao.


Diese Stadt ist wahrhaftig groß. Das können wir von unserem Stellplatz ganz oben auf dem Berg sehen. Von hier aus haben wir einen traumhaften Blick auf die ganze Stadt. Besonders in der Nacht genießen wir die Aussicht auf die Lichter, ohne den Stadtlärm zu hören.

In Bilbao selbst wird es schwierig den Jakobsweg zu finden. Mit dem Bus erreichen wir die Altstadt und besichtigen zuerst die „Kathedrale de Santiago“; eine Pilgerkirche mit neuem architektonischen Stil, eher schlicht. Die Kathedrale musste einige Male erneuert werden, nicht zuletzt wegen der vielen Hochwasser, die die Altstadt überschwemmten. Der Innenhof sieht ebenfalls sehr schön aus. Hier erhalten wir erstmals einen Kopfhörer-Guide mit deutscher Übersetzung. So erfahren wir, dass die einstige Stationskapelle für die Jakobspilger schon bestand, bevor die Stadt im Jahr 1.300 gegründet wurde.
Die Basken sind ebenso nationalstolz wie die Katalanen und in jedem Souvenirladen gibt es gleichermaßen deren Flaggen, Karten und Wappen sowie die berühmten Baskenmützen. Michael hat sich eine gekauft – auch als Nicht-Baske.

Auf unserem Wanderweg quer durch die Altstadt gelangen wir über die „Puente de Arenal“, einer Brücke über dem Bilbao-Fluss, die zum alten Bahnhof führt; auf der anderen Seite liegt das große Theater- Gebäude. Neben dem „Plaza Nueva“ (neuen Platz) und dem großen Gebäude der Akademie der Baskischen Sprache gelangen wir über eine lange Treppe hoch zu Park- und Sportanlagen. Auch von hier haben wir einen schönen Blick auf die Stadt – diesmal von einer anderen Seite. Hier entdecken wir endlich das Muschelzeichen. Es leitet steil bergauf zur „Basilika Begona“. Doch dies bedeutet für uns noch weitere Kilometer zu laufen und unsere Füße schaffen das nicht mehr. Also richtige Pilger sind wir wirklich nicht, aber wir haben so vieles gesehen und sind auch so schon viel gelaufen.

Am folgenden Tag, der leider etwas trübe ist, kommen wir nach dem Durchlaufen der größten überdachten Markthalle in Europa aus dem Jahr 1929 im Nieselregen zum interessanten Hingucker von Bilbao: dem „Guggenheim- Museum“ – außen wie innen. Inzwischen regnet es heftig und so können wir zumindest einen kleinen Teil nachempfinden, wie sich ein Pilger auf dem langen Weg fühlen kann – insbesondere im Regen. Immerhin haben wir die Möglichkeit unsere nasse Kleidung in unserer TrauMobil – Garage trocknen zu lassen.

Immer wieder unterhalten wir uns mit den anderen Campern oder dem aus Ghana stammenden Mitarbeiter des Stellplatzes und seiner Frau – mal in Englisch, Französisch oder Deutsch. Er war selbst schon in einigen deutschen Städten und berichtet von seinen Erlebnissen. Wir tauschen uns mit den anderen Campern aus und wünschen uns stets eine gute Weiterreise. So lernen wir zwar keine Pilger kennen, aber haben Kontakt zu Einheimischen und anderen Menschen.


Den kleinen Pilgerort Santillana del Mar, eine kleine mittelalterliche Stadt, haben wir in wenigen Stunden durchwandert. Leider ist auch hier die Pilgerherberge bereits geschlossen, aber in der Altstadt ist trotzdem ein emsiges Treiben – besonders von Touristen. Es herrscht striktes (Auto)Fahrverbot in der gesamten Altstadt, was auch zum Teil in den engen Gassen und auf dem alten Kopfsteinpflaster schwierig wäre. Handwerksläden bieten ihre Kunst an und jedes vierte Haus ist ein Café, Restaurant oder eine Herberge.

Alle Häuser sind im sandsteinfarbigen Ton, wie ebenfalls die „Colegiata de Santillana del Mar“ (Stiftskirche der Heiligen Juliana – Sant Iuliana = Santillana), die der Stadt ihren Namen gegeben hat. Sie ist eine Pilgerkirche und ganz anders als die vielen prunkvollen Gotteshäuser. Besonders interessant finde ich die quer-waagerecht hängenden Orgelpfeifen der Orgel. Der Innenhof mit seinen efeuumrankten Bogenfenstern erinnert eher an ein Dornröschenschloß.
Neben der Kirche ist ein kleiner Spielzeugladen, der im oberen Stockwerk ein eintrittsfreies Mini – Museum mit alten Raritäten und Spielzeug von früher zeigt.

Auf dem ruhigen Stellplatz nicht weit entfernt der Altstadt tauschen wir nach interessanten Gesprächen die Handynummern mit einem netten Paar aus Hamburg aus. Auch sie wollen weiter in den Süden und in andere europäische Länder. Wer weiß, vielleicht treffen wir sie nochmal irgendwo…
Wenige Kilometer entfernt ist die Höhle „Altamira“, eine berühmte Höhle mit Wand- und Deckenmalereien aus der Steinzeit. Leider darf man die echte Höhle wegen Schimmelgefahr durch die Atemluft der vielen Touristen nicht mehr betreten; stattdessen sieht man eine nachkonstruierte Höhle im nebenstehenden Museum; sie ist der echten Höhle original nachempfunden. Wir finden das Museum nicht so ansprechend, vielleicht, weil wir wissen, dass diese Höhle unecht ist.

Entlang der Atlantik Küste halten wir für einen Stopp an der kleinen Pilgerstadt San Vicente de la Barquera, um dort die „Puente de la Maza“, eine 600 Meter lange Brücke zu bestaunen.

Die Brücke aus dem 16. Jahrhundert ist noch begeh- und befahrbar und wir haben Glück und finden einen Parkplatz direkt an einem Ende der Brücke. So können wir eine kleine Runde durch den Ort drehen und auf der Brücke auf einer Bank unser Picknick einnehmen.
Wir folgen dem Küstenweg und kommen nach Oviedo mit seiner gotischen „Kathedrale San Salvador“ und der kleinen netten Altstadt. Innerhalb der gesamten Stadt stehen viele alte und neue moderne Statuen, herrliche Paläste und Uhrentürme. Überall findet man hier „Sidrerias“ (Apfelweinschenken). Zufällig findet gerade ein Apfelweinfest statt und in den Gassen tummeln sich die Menschen, denn es gibt Sidre gratis sowie warme Maronen. Wir bekommen auch ein Glas und lassen uns den Apfelmost schmecken.

Auf dem „Plaza Daoiz y Velarde“ tanzt eine Folkloregruppe mit Kastagnetten und in mehreren Gassen kommen uns kleine Paraden mit Maskierten oder z.B. eine Dudelsackbläsergruppe entgegen. Vor der Kathedrale auf dem „Plaza de Alfonso II El Casto“ ist ein Regionalmarkt aufgebaut. Gleich neben der Kathedrale entdecken wir auch den Pilgerweg. Es werden zwei Wege angezeigt: Der „Camino de la Costa“ (Küstenweg) und der „Camino Primitivo“ (einfacher Weg). Es wird gesagt, dass der damalige König im Jahr 812 von Oviedo nach Santiago zog, weil man dort ein Grab entdeckt habe, dass man Jakobus zuschrieb. Somit soll der König der erste Jakobspilger gewesen sein und gleichzeitig den ersten „Camino Primitivo“ eröffnet haben.

Pilger sehen wir hier keine mehr, vielleicht weil es so voll in der Stadt ist. Nur im „Campo de San Francisco“ – im Park San Francisco ist es angenehm ruhig und wir genießen auf bunten Bänken die warme Herbstsonne.

Als vorletzte Station gelangen wir nach Ribadeo, einem kleinen Küstenort. Doch unser Weg führt noch ein wenig weiter an die Küste zu einer Stelle, die etwas ganz Besonderes für uns ist, nach den vielen Monumenten und Bauwerken. Tatsächlich heißt der Strand und die hiesigen Felsen „As Catedrais“- was so viel heißt, wie „die Kathedralen“ und portugiesisch ist (obwohl wir noch in Spanien sind).

Wir beschließen, diesmal statt von Menschenhand geschaffene, diese gigantischen Natur- Kathedralen zu durchschreiten. Es wird eher ein Durchwaten, denn die Flut kommt langsam zurück. Wir haben Glück und können alle Tore und Höhlen sehen und bestaunen. Welch fantastisches Werk der Natur und das Meer braust mit seinen tosenden und kraftvollen Wellen. Wir können dem Schöpfer nur danken für dieses großartige Naturmonument. Von oben an der Felsenküste, dem sicheren Stellplatz, lauschen wir dem Meeresrauschen bis tief in die rabenschwarze Nacht.

Das Ziel ist erreicht. So mag wohl mancher Pilger am Ende seiner langen Pilgerreise erfreut ausrufen und auf gegangene und erwanderte Wege zurückschauen.

Wir sind nun auch in Santiago de Compostela angelangt. Hier gönnen wir uns mal wieder einen Campingplatz und nehmen uns etwas mehr Zeit, um diese Stadt kennen zu lernen, unser „Haus“ gründlich zu putzen, Wäsche zu waschen und ein wenig auszuspannen.
Zu Fuß gehen wir dann mit einigen Rucksack-bepackten Pilgern entlang der Muscheln, die hier wie ein Pfad in regelmäßigen Abständen auf den Wegen zum Zentrum und der Kathedrale führen.

Und da sind sie alle – die Pilger. Sie liegen ausgestreckt auf dem Vorplatz der Kathedrale auf ihren Rücksäcken, zum Teil barfuß, genießen die warme Sonne, begrüßen sich freudig gegenseitig, vielleicht weil sie sich irgendwo auf dem Weg schon mal begegnet sind. Wir können erahnen, wie es den vielen Pilgern ergangen ist, bei Wind und Wetter, in heißer Sonne und mit Schwielen und Blasen an den Füßen. Es ist schön, den sich freuenden Menschen zuzusehen. Ich wäre in diesem Moment gerne einer von ihnen. Aber auch mich überkommt hier ein befriedigendes Gefühl, denn die Sonne scheint so warm und der Himmel ist blau und wolkenlos.
Die Kathedrale lockt mehr Touristen ins Innere als Pilger, aber wer kann das schon wissen. Wichtig ist, am Ziel zu sein. Auch hier bin ich beeindruckt von den quer hängenden Orgelpfeifen.

Den Stadtkern von Santiago de Compostela hat man relativ schnell durchwandert und überall, wirklich überall werden hier Jakobsmuscheln, sowie das Pilger-Kreuz (Santiago-Orden) in allen Formen und Farben verkauft. Vom wunderschönen Park „Al Ameda“ aus haben wir einen herrlichen Blick auf die Altstadt von Santiago. Dann bewundern wir die im Park wachsenden alten und riesigen Eukalyptusbäume und oben auf dem höchsten Punkt des Parks eine kleine Kapelle.

Nach insgesamt 1.035 Kilometern, die wir von den Pilgerorten Jaca bis Santiago (per TrauMobil) zurückgelegt haben, schauen wir froh und dankbar zurück. Unsere Wege waren stets behütet und immer begegneten wir netten Menschen, die uns in verschiedenen Weisen geholfen haben.  So wie z.B. die spanische Frau, die uns bis fast zum Campingplatz begleitet, weil wir den Weg dorthin nicht mehr genau wissen, oder der freundliche englisch sprechende Spanier, der uns den Weg zur Post zeigt und sich mit uns eine ganze Weile unterhält. In jedem Ort gab es mindestens eine nette Person, die uns freundlich zugewandt war. Dieser Weg hat sich also in jedem Fall gelohnt – mit oder ohne Muscheln.

SuMi unterwegs im TrauMobil

 

 

4 Antworten auf „Auf den Spuren des Jakobsweges“

  1. Da kommen die Erinnerungen hoch 🙂 Die Kirche mit den Felsen darin hatte ich damals auch nur zufällig entdeckt, das hatte wirklich etwas Besonderes. An das Sitzen auf dem Vorplatz, wie ihr es beschreibt, kann ich mich auch noch gut erinnern, dort hinten an den Säulen hättet ihr mich jetzt auch sehen können wenn ihr ein paar Jahre früher losgefahren wärt 🙂 Fahrt ihr noch bis Finisterra weiter? Das fand ich im Vergleich zu Santiago noch um einiges besser, weniger Souvenirshops, mehr Ankommen.
    Buen Camino!

    1. Tatsächlich hatte ich mehrmals dich im Kopf, als wir an einigen Stellen waren und dachte mir, wie du da gesessen oder mit den Leuten Kontakte geknüpft hast. Nein, nach Finistere sind wir nun nicht mehr gefahren. Irgendwie hätte es den Blog Inhalt gesprengt. 😉 wir sind inzwischen in Portugal. LG Susanne

  2. pf… Bloginhalt… Ihr müsstet uns auch nicht jeden einzelnen Ort berichten, dafür aber selbst gesehen haben! Wir kommen hier klar, freuen uns über eure Berichte, aber ihr dürft auch einfach so reisen und mal einen Monat gar nichts schreiben, ich denke, das halten wir aus 🙂

    1. So unterschiedlich sind die Meinungen. Niemand wird gezwungen alles und jeden Blog zu lesen. Manche verfolgen gerne unsere Route und einige mögen gern lesen, wo wir waren…

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