Benvenuti in Italia e nel sole, ci siamo! – Willkommen in Italien und der Sonne, hier sind wir!

Endlich haben wir Urlaub, so richtigen! Drei ganze Wochen – den ersten längeren nach der Corona Pandemie und den vielen Lockdowns und: im Sommer. Juhu! Mit unserem TrauMobil geht’s auch gleich in den warmen Süden. Ab ins frühzeitig gebuchte Italien an die Adria.

Bella Italia Flagge an unserem TrauMobil

Während leider in Deutschland, China und einigen anderen Ländern das Hochwasser verheerende Schäden und viel zu viele Flutopfer hinterlässt, Stürme toben und Regenmassen weitere Schäden verursachen, und damit das Thema Corona schon fast aus dem Blickfeld und den Hauptschlagzeilen rückt; auch wenn die „Delta“-Variante an einigen Orten wieder vorherrscht und sich schneller verbreitet, als allen lieb ist; fahren wir 2-fach geimpft, perfekt angemeldet in den Ländern Österreich (als Durchquerungsland) und Italien, Gott sei Dank von allem verschont, in den heißen Süden. (Puh, welch langer Satz! 😊)

Mit so einer heißen Sommersonne haben wir allerdings nicht gerechnet (obwohl uns schon auch klar ist, was mit der globalen Klimaerwärmung passiert). Aber aufgrund der vielen heftigen Regenmassen und Sommergewitter in Deutschland packen wir sogar unsere Regenjacken ein. Jedoch hier angekommen müssen wir im nächst gelegenen „Beach-Shop“ einen neuen Sonnenschirm kaufen, beim alten war der Stab irgendwann unterwegs auf unserer Reise gebrochen.

Für unseren Weg zum Ziel haben wir uns noch 2-3 Zwischenstopps herausgesucht; zum einen, weil wir nicht mehr so ewig lange Strecken fahren möchten, zum anderen, weil wir die Zeit haben und dabei gleich noch etwas anderes entdecken oder erleben.

Unser erster Stopp ist in Neu-Ulm auf einem großen Stellplatz, bzw. Parkplatz der Eissporthalle und des angrenzenden Schwimmbades. Der Platz mit den Stromanschlüssen ist rappelvoll, meist von riesigen Wohnmobilen, die schon allesamt ihre Satellitenschüsseln ausgefahren haben. Wir brauchen solarbedingt und ohne TV keinen Strom und stellen uns auf den extra für Womos ausgewiesenen Rasensteinplatz, der genauso gut ist. Hier haben wir sogar mehr Glück, denn die Toilettenbenutzung in der Eishalle ist nur wenige Schritte entfernt und wir lernen einen netten Stellplatznachbarn kennen. Yan ist Halbfranzose und hat gerade seine Zimmermanns-Gesellenprüfung abgeschlossen. Jetzt tourt er erst mal mit seinem alten Wohnmobil (mit franz. Kennzeichen) durch die Gegend. Wir helfen seinem platten Fahrradreifen mit unserer Luftpumpe aus, dafür lädt er uns zu frisch gewärmter Creme Brulet aus seinem Ofen ein. Wir tauschen Erfahrungen, Erlebnisse und nette Gespräche aus und am Abend kommt Yan noch zu uns ins TrauMobil, um mit uns gemeinsam noch einen netten Abend zu verbringen. Die Stadt Ulm ist zwar per Rad gut zu erreichen, aber ein herannahender Sturm und Regen hält uns davon ab.

Am nächsten Morgen unter noch bewölktem, aber trockenem Himmel verabschieden wir uns, wünschen uns gegenseitig gute Reise und jeder fährt bald darauf in andere Richtungen. Wir kommen ohne Zwischenfälle durch Österreich und staunen über die Tiroler Gegend, die Berge und das viele Grün. Später erfahren wir übers Internet, dass im Allgäu ebenfalls viele Wassermengen Orte überschwemmt haben. Da sind wir doch noch dran vorbeigefahren und haben die Kühe auf der Alm gesehen. Es ist so schlimm und traurig und wir fühlen mit diesen Menschen, die all ihr Hab und Gut verloren haben.

Vor unserer Abreise hatten wir uns bei zwei Hilfsorganisationen gemeldet und unsere Wohnung, bzw. unser Gästezimmer Flutopfern zur Verfügung stellen wollen; bislang hat sich niemand gemeldet. Aber Micha konnte immerhin unser Notstromaggregat für einen ehemaligen Kollegen ausleihen, dessen Haus vom Schlamm befreit werden muss.

Bald lassen wir Österreich hinter uns und kommen in Südtirol, Italien an. Kurz hinter dem „Brenner“ ist unser nächster Stopp auf einem „Autohof“, der speziell für Womos einen Teil abgegrenzt von den LKWs zum Nächtigen anbietet. Der Platz ist inklusive Duschen und WC, ein Mini-Shop sowie ein kleines Restaurant sind auch vorhanden. Vom Platz aus haben wir in der Abendsonne einen Blick auf die Burg Reifenstein, die für uns jedoch zu weit weg und zu hoch für einen Besuch mit den Rädern ist. Stattdessen nutzen wir die Duschen und das Restaurant, quasi als Einstieg für die erste Nacht in Bella Italia. Die Nacht ist wieder eher unfreundlich, denn ein Gewitter tobt genau über uns. Laut krachender Donner hält uns vom Schlaf ab und am frühen Morgen hören wir leider doch die Kühlanlagen und Ventilatoren der entfernt parkenden LKWs. Nach dem Frühstück geht’s weiter entlang der prächtig anzusehenden italienischen Dolomiten, zunächst noch nebelverhangen, bis nach Bozen. Hier möchte ich mir im „Decathlon“ einen neuen Fahrradhelm kaufen, denn meiner ist mir (man mag es kaum glauben) in der Nacht vor unserer Abreise aus meiner bereits am Fahrradgepäckhalter aufgeschnallten Radtasche geklaut worden. Schon in Ulm hatten wir kurz danach geschaut, doch es gab keinen Helm für meine Kopfgröße S. Dafür finden wir in Bozen keinen geeigneten Parkplatz für unser TrauMobil – alles nur Tiefgaragen oder Plätze mit Höhenbegrenzungen, ungeeignet für unser Wohnmobil.

Also fahren wir weiter durch das immer wärmer werdende Südtirol bis in die Richtung Gardasee, den wir leider aufgrund der Berge nicht sehen. Beim Ort Brentino Belluno möchten wir diese Nacht auf einem kleinen kostenlosen Stellplatz bleiben. Der Weg führt entlang vieler Weinberge und etlicher Apfelplantagen, wird schließlich immer enger und es geht bergan. Kurz vor dem Ziel geht es abrupt so steil hoch, dass wir mal wieder mit unserem Hinterteil, also dem unseres TrauMobils aufsetzen – ein knarzendes, sehr unangenehm kratzendes Geräusch der ehemaligen Anhängerbefestigung. Micha, der in Italien das TrauMobil steuert, fährt ganz vorsichtig wieder rückwärts ohne weiteres Aufsetzen und hält erstmal am Straßenrand.

Nein, da wollen wir dann doch besser nicht bleiben. Nach einer kleinen Mittags-Stärkung geht’s weiter nach Verona: dort erstehen wir meinen neuen passenden Rad Helm und erfrischen uns mit Milchshake und Eis. Schließlich landen wir am frühen Nachmittag hinter Verona im kleinen Ort Soave. Gerade rechtzeitig vor dem heftigen Gewitter. Gut, dass wir drin im Trockenen sind, denn der Regen prasselt dermaßen auf unser Womo, die Straße und Wege, dass wir froh sind, nicht draußen sein zu müssen. Obwohl es drin immer noch sehr schwül ist, lassen wir vorerst Fenster und Tür geschlossen. Nur den italienischen Fußballspielern auf dem angrenzenden Fußballplatz scheint das Gewitter nichts auszumachen; sie kicken weiter – na ja, so holt man sich halt den EM- Pokal.

Von unseren Fenstern aus sehen wir einen Teil der schönen alten Stadtmauer und bald nach dem Gewitter möchten wir doch noch ein wenig von dieser Altstadt besichtigen.

Es ist zufällig unser 39. Hochzeitstag, so lohnt sich der kleine Spaziergang durch den netten Ort mit der Stadtmauer, der Burg/Schloss von Soave (die wir nur von Ferne betrachten), dem Stadttor Porta Verona, der innen düsteren Kirche Duomo di San Lorenzo Martire, sowie einigen netten Häusern und Gärten. Zur Feier des Tages stoßen wir noch in einer Café- Bar auf unser gemeinsames Leben an. Diese Nacht ist endlich mal sehr ruhig und angenehm – gut, um die letzte Strecke bis zu unserem gebuchten Campingplatz „Reno“ bei Ravenna zu schaffen.

Es wird zunehmend heißer und endlich kommen wir an. Doch bis wir an unserem Platz alles gerichtet und aufgebaut haben, sind wir durchgeschwitzt und reif für ein erstes Bad im Meer. Das ist so herrlich warm, wie in einer Badewanne und liegt gleich an unserem Campingplatz mit feinem Sandstrand und vielen Muscheln. Auch die erfrischenden Duschen in den Sanitäranlagen sind bei allen beliebt, wenn man auch aufpassen muss,  dass einen nicht eine Schwalbe im Tiefflug streift, denn es gibt hier überall an den Decken etliche Schwalbennester mit Jungvögeln.

Tags drauf überqueren wir mit unseren Rädern per Fähre den Fluss Lamone und kommen in den Ort Marina di Ravenna. Hier erwartet uns eine nette Überraschung: Unsere Tochter Jelka aus Berlin ist mit ihrer Freundin Jenny zufällig auch gerade in der Gegend im Urlaub und wir treffen uns am Strand. Es ist ein tolles Wiedersehen mit Schwimmen, guten Gesprächen, Fotos anschauen, gemeinsamem Essen und am Abend mit der herzlichen Verabschiedung dieses kurzen Klein-Familien-Tages und guten Wünschen für alle.

Die Nächte hier sind sehr heiß, fast unerträglich, denn ohne Klimaanlage oder Frischluft steht die Luft und es kühlt lediglich auf 28° C ab – in der Nacht wohlgemerkt! Am nächsten Tag sind wir dann manchmal etwas gerädert und bei tagsüber 36° – 38°C halten wir es auch nur unter den schattenspendenden Olivenbäumen aus, oder unter unserer Markise oder im Meer oder unter der Dusche. Aber klar, wir wollten ja Sommer, Sonne, Meer – hier haben wir es nun. Schluss mit Jammern! Zum Glück sind etliche im Radio angesagte Waldbrände hier nicht. So genießen wir den Urlaub mit allen Sinnen: Essen auswärts mit Pizza, Panetti, Antipasti, Insalata und Eis ist immer gut, selbst zubereitetes Essen  ebenso, das Riechen und Betrachten der  Pinienwälder mit den tollen riesigen Zapfen, herrlich blühende Oleandersträucher in verschiedenen Farben und andere Blumen sind wunderschön,  Sing-Zikaden zirpen ununterbrochen ihre Liebeslieder bis in die Nacht, ein Käuzchen ruft allabendlich  – und schließlich die italienische Musik bis in  späte Abendstunden aus der Lautsprecherbox der Animationsstelle (na gut, das ist für uns eher nicht so optimal). Wir chillen, relaxen, lesen, schwimmen im Meer, „reiten“ auf hohen Wellen (mit und ohne Matratze), hören dem Meeresrauschen und den Wellen zu, genießen, flanieren durch nette kleine Orte, besuchen ein paar Handwerker- und andere -märkte (Marina Romea, Casal Borsetti) und nach vielen „faulen“ Tagen mit Nichts-Tun, gibt’s auch mal die eine oder andere Tages Besichtigung und Sightseeing- Tour.

Mit dem Bus,  der gleich vor unserem Campingplatz abfährt,  geht’s an einem Tag nach Ravenna, der nächsten großen Stadt. Sie ist berühmt für ihre vielen Mosaike und Kirchen in denen sie zu bestaunen sind. Das sind wirklich prächtige Deckenmosaike  mit goldenen mini Steinchen,  Bilder der Apostel und anderen Heiligen,  Fliesen und ausgegrabene Bodenmosaike und in jedem Souvenir Shop kann man Mosaike in Kleinstformat oder zum selbst gestalten erstehen. (Das hab ich natürlich auch gleich am Campingplatz umgesetzt, seht die Fotos)  Es gibt jede Menge hoher Türme, die wir vermutlich coronabedingt nicht bis oben besteigen dürfen. Am Abend haben unsere Augen sehr viel gesehen und unsere Füße sind platt gelaufen. Gut, dass der Bus uns bis fast vor die Haustüre zurück bringt.

Einmal besuchen wir auch die andere Seite in Marina Romea und radeln entlang der kleinen Salzseen. Hier entdecken wir Flamingos und andere Vögel. Wir befinden uns tatsächlich in einem Natur- und Vogelreservat. Wir buchen dann eine extra Tour per Schiff, bzw. Boot durch diese 1100 ha große in den 1950 er Jahren von Menschen künstlich angelegte Seenlandschaft und können mit unserem Fernglas viele Vögel betrachten und beobachten. Es sollen in dem riesigen Naturschutzgebiet über 370 verschiedene Arten von Vögeln zu beobachten sein. Wir haben mithilfe des Guides Giampolo und dessen großem Standfernrohr immerhin Flamingos, Stelzenläufer, Sichelstrandläufer, Bienenfresser, Austernfischer, Kraniche und Reiher, Brachvögel, alle möglichen Möwen- und Entenarten, Kormorane und andere für uns seltene Vögel betrachten und beobachten können. Zwischendurch begegnen wir Krabbenfischern, die mit langen Gummistiefeln im seichten Wasser stehen und Meeressalat, Krabben und anderes herausfischen.  Die 3 stündige Tour auf englisch nur für uns ist sehr informativ und mal etwas anderes als die touristische Meeresseite. Gut, dass wir den frühsten Termin gewählt haben, denn gegen Mittag wird es wieder heftig heiß.

 

Abschließend zum Camping Platz und der Mentalität der Urlauber möchten wir noch sagen: unser Platz war schön groß, durch einige Bäume etwas schattig und die eher älteren Sanitäranlagen gut zu erreichen. Das Restaurant eher Imbißmäßig, der Campingshop klein und teuer, aber zur Not brauchbar. Der Strand nah und herrlich mit feinem Sand und Muscheln,  der Pool zu klein und daher immer zu voll, die Animation bis in die späten Abendstunden für uns zu laut, die Rezeption freundlich, deutsch sprechend. Man kann Räder ausleihen, brauchten wir nicht, die Radwege sind teilweise ganz gut. Hunde unter strikten Vorgaben erlaubt (hält sich nicht immer jeder dran). Die über 85 % italienischen Urlauber fühlen sich wie zu Hause mit lauten Gesprächen, lauter Musik und viel Temperament. Die ca. 10 % deutschen und österreichischen Gäste und die wenigen aus anderen Ländern z.B.  aus Frankreich, Schweiz,  Polen verhalten sich entsprechend zurückhaltender.  Dennoch sind alle Italiener sehr freundlich.

Nach knapp drei Wochen ist unser Urlaub zu Ende und es geht über Österreich,  an Innsbruck vorbei mit einer Übernachtung in Pill an der Inn.

Tags darauf in Nürnberg  am Wöhrdersee treffen wir uns noch mit Ali, den Micha bei seiner Flüchtlingshilfe in Bosnien kennenlernte. Ali wohnt derzeit noch in einer Unterkunft für Flüchtlinge,  die Asyl beantragt haben (zusammen mit Bright aus Sambia). Wir laden Ali in die L’Osteria am Wöhrder See ein und verbringen in Nürnberg gemeinsam ein paar nette Stunden (und wir die Nacht am Stellplatz).

Es gäbe noch viel zu zeigen und manches zu berichten, aber wir denken das reicht. Wer uns mal besuchen möchte und weitere Erzählungen hören mag,  sei herzlich willkommen und dazu eingeladen.

Wir hoffen, die Flut an schönen Bildern hat euch liebe Leser nicht überschwemmt und ihr habt alle auch einen schönen Sommer ohne Sorgen und Unannehmlichkeiten verbringen können.

Wir wünschen euch weiterhin gute und gesunde Tage und freuen uns auf unsere nächste Berichterstattung von wo auch immer.

Seid ganz lieb gegrüßt von uns beiden

SuMi und das TrauMobil 🙂

 

 

4 Antworten auf „Benvenuti in Italia e nel sole, ci siamo! – Willkommen in Italien und der Sonne, hier sind wir!“

  1. Ich mag die Flut an Bildern immer – schön euch so an den vielen Orten zu sehen und nicht nur zu lesen =)
    Es war toll euch mal wieder am Meer getroffen zu haben :-*

  2. Hallo Susanne und Micha, schön wieder etwas von euch zu hören und zu sehen. Ich vermute ihr hattet einen schönen Urlaub. Wir genießen den Sommer in Deutschland. Er ist etwas kühler und machmal auch etwas nasser, aber wir machen das Beste draus .
    Liebe Grüße aus Eltville, Ingrid

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